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„Ach, lieber Mann, ich getraue mich nicht — —“
„Heraus damit!“
„Nun,“ ſagte die brave Frau verlegen, und ſo, daß man ihr anſah, wie ſehr ſie ſich vor ſolchen Gräueln entſetzte, „man ſagt, Fräulein Adriane ſetzt nièe einen Fuß in eine Kirche und hat ſich ganz allein in einen Götzentempel am
Ende des Gartens des Hötels ihrer Tante eingewohnt, läßt
ſich von maskirten Weibern bedienen, welche ſie als Göttin aufputzen, kratzt ſie den ganzen Tag, weil ſie ſich betrinkt —
zu geſchweigen, daß ſie allnächtlich auf einem Waldhorn von gediegenem Golde bläſ't — was natürlich ihre arme Tante, die Fürſtin, zur Verzweiflung bringt“
Der Verwalter unterbrach ſeine Frau durch ein lautes La⸗
chen. Nachdem er ſich ſatt gelacht hatte, fragte er: „Ei!
wer hat Dir denn dieſe ſchönen Geſchichtchen von Fräulein
Adriane aufgebunden?“
„Die Frau des René hat mir's geſagt. Sie war in Pa⸗ ris, um ſich ein Pflegkind zu holen, und ging in das Hötel von St. Dizier, um Frau Grivvis, ihre Pathin, zu beſuchen, Du weißt ja, die erſte Kammerfrau der Fürſtin. Nun, die
Frau Grivois hat ihr ganz laut das Alles geſagt, und die
muß es ja wiſſen, denn ſie iſt im Haus.“
„O, ein ſauberes Stück und eine ſchlaue Hexe iſt dieſe
Grivvis! Seiner Zeit hat ſie mitgemacht, ſo gut wie eine,
und jetzt macht ſie's, wie ihre Herrſchaft: eine Heilige kommt
ihr ucht gleich. Wie der Herr, ſo der Diener. Die Für⸗ ſtin ſelber, welche jetzt ſo züchtig, gerecht und gottſelig lebt in dieſer Welt, hat ſich's auch ſeiner Zeit wohl ſeyn laſſen.
Welch luſtige Schweſter war ſie nicht vor fünfzehn Jahren!
Erinnerſt Du Dich noch des ſchönen Huſarenoberſten zu Ab⸗
beville? Es war ein Emigrant, der in Rußland gedient, und
dem die Bourbonen bei der Reſtauration ein Regiment gege⸗ ben hatten.“
„Ja, ja, ich erinnere mich. Aber Du haſt ein gar zu böſes
Maul.“ Nein, ich ſage die Wahrheit. Der Oberſt brachte ſeine Zeit auf dem Schloſſe zu, und jedermann ſagte, er ſtünde auf ſehr gutem Fuß mit der heiligen Fürſtin von heutzutag. Ach!
das war 1 ſchöne Zeit! Jeden Tag große Geſellſchaft oder
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