Zahl der Opfer, welche die Söhne Bohwanie's von Anbeginn der Welt geſchlachtet haben, iſt nichts im Vergleich mit der Unzahl von Todten, welche dieſer furchtbare Wanderer auf ſeinem mörderiſchen Gang hinter ſich läßt.“
„Er?“ riefen die beiden andern.
„Er!“ wiederholte der Hindu in einem Ton der Ueberzeu⸗ gung, welcher das Erſtaunen ſeiner Gefährten noch größer machte. „Hört weiter und zittert! Als ich dieſen Wanderer * am Thör von Bombay traf, kam er, wie er mir ſagte, von Java und ging nach dem Norden. Am folgenden Tag ward Bombay von der Cholera verheert, und einige Zeit nachher erfuhr man, daß dieſe Seuche hier, auf Java, zuerſt ausge⸗ brochen ſey.“ *
„Das iſt wahr,“ bemerkte der Neger.
„Hört weiter!“ fuhr der Hindu fort. „Er hatte mir ge⸗ ſagt: Ich gehe nordwärts, in ein Land ewigen Schnees. Und die Cholera iſt ebenfalls nordwärts gegangen, über Mas⸗ kat, Ispahan, Tauris, Tiflis und nach Sibirien.“ „Das iſt wahr,“ ſagte Faringhea gedankenvoll.
„Und die Cholera,“ fuhr der Hindu fort, „rückte täglich nur fünf bis ſechs Stunden Wegs vor — den Tagmarſch eines Mannes. Sie erſchien nie an zwei Orten zugleich. Sie ging langſam, gleichförmig vorwärts, immer einen Tagmarſch.“
Bei dieſer ſonderbaren Vergleichung ſahen Faringhea und der Neger ſich einander verwundert an. Einige Minuten herrſchte eine ängſtliche Stille. Endlich fragte der Neger entſetzt: „Und Du glaubſt, daß dieſer Menſch — —?“
„Ich glaube, daß dieſer Menſch, den wir getödet haben, von einer hölliſchen Gottheit wieder zum Leben erweckt und beauftragt iſt, dieſe Landplage über die Erde zu verbreiten und hinter ſich den Tod zu laſſen, vor welchem er ſelber geſchützt iſt. Erinnert Euch, dieſer furchtbare Wanderer iſt über Java gekommen, und die Cholera hat Java verheert; er iſt durch Bombay gekommen, und die Cholera hat Bom⸗ bay verheert; er iſt nach dem Norden gegangen, und die
Cholera hat den Norden verheert.“
Der Hindu ſchwieg und es trat wieder die vorige Stille
ein. Es hat ſeine Richtigkeit mit dem, was er über das bis
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