Teil eines Werkes 
2. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

i

„Das weiß ich nicht. Ich weiß nicht einmal, ob er ſich wirklich geſchlagen hat. — Kennen Sie die Trümmer von Tſchandi?“

„Ja.“

„Der General erwartet Sie dort. Das hab' ich Ihnen ſagen ſollen.“

„Du biſt alſo mit ihm von Sumatra gekommen?“

„Ich bin der Steuermann von dem kleinen Schmuggel⸗ ſchiff, welches ihn vergangene Nacht auf dem Strande ausge⸗ ſchifft hat. Er wußte, daß Sie ihn jeden Tag auf den Weg

zum Hafendamm erwarteten, und ich zweifelte kaum, Sie dort zu treffen. Er hat mir in Betreff ſeines letzten Bricſes ge⸗ ſagt, was ich Ihnen mitgetheilt habe, damit ich Ihnen bewei⸗ ſen könnte, daß ich von ihm käme. Er hätte mir gern ein paar Zeilen mitgegeben; aber er konnte nicht ſchreiben.“

„Und er hat Dir nicht geſagt, warum er ſi verber⸗

„Nein. Aber aus einigen Worten habe ich einen Zwei⸗ kampf vermuthet.“

Dſchalma, welcher die Heftigkeit und den Muth des Gene⸗ rals kannte, fand dieſe Vermuthung ſehr wahrſcheinlich. Nach einer Pauſe ſagte er dem Schmuggler: „Kannſt Du wohl mein Pferd nach Haus führen? Meine Wohnung iſt dort unten vor der Stadt, zwiſchen den Bäumen neben der neuen Moſchee verſteckt. Mein Pferd könnte mir nur hinderlich ſeyn auf dem Weg nach Tſchandi. Ich komme ſchneller zu Fuß den Berg hinauf.“

„Ich weiß, wo Sie wohnen. Der General hat mir's g ſagt. Wenn ich Sie nicht hier getroffen hätte, würd' ich Sie dort aufgeſucht haben. Geben Sie mir Ihr Pferd.“ Dſchalma ſprang vom Pferd, warf dem Schleichhändler den Zügel zu, zog aus ſeinem Gürtel ein ſeidenes Beutelchen,

und gab es dem Menſchen mit den Worten: „Du biſt treu und gehorſam geweſen. Nimm dies. Es iſt wenig, aber ich habe nicht mehr.“ 5

„Kadſcha Sing hieß mit Recht der Vater des Hochherzigen,“ erwiederte Mahal und verbeugte ſich ehrfurchtsvoll und dank⸗ bar. Dann ergriff er den Zügel des Pferdes und führte es nach Batavia zu. - 5

.

2

—