genden Edelſteinen zahlloſe Inſecten mit feuerfarbigen Flügeln. Und in der Tiefe des klaren Gewäſſers ſpiegelten ſich die mannigfaltigen Farben der Blätter und Blumen von den am Ufer wachſenden Waſſerpflanzen. Dies iſt ein ſchwaches Bild 4 der in Farben, Licht und Düften ſchwelgenden Natur, welche den ſtolzen Reiter umgab. Der Reiter war Dſchalma. Er hatte nicht gemerkt, daß der Würger ihm aufſden linken Arm unauslöſchliche Züge eingeprägt hatte. Seine javaniſche Stute, voll Kraft und Feuer, war von mittlerer Größe und ſchwarz wie die Nacht. Ein ſchmaler rother Teppich vertrat die Stelle des Sattels. . Um die ſtürmiſche Wildheit ſeines Thieres zu bändigen, be⸗ diente ſich Dſchalma eines kleinen ſtählernen Gebiſſes und federleichter Zügel von ſcharlachrother Seide. Keiner unter den auf dem Fries des Parthenon ſo meiſterhaft ausgemeißel⸗ ten Reitern ſitzt anmuthiger und ſtolzer zu Pferd, als dieſer junge Indier, deſſen ſchönes Geſicht, von der untergehenden Sonne beleuchtet, den Ausdruck heiterer Zufriedenheit trug. Begie rig athmete er die friſche, mit den Düften der Blumen und des vom Regen noch feuchten Laubes geſchwängerte, Luft ein. Eine hellrothe Mütze von griechiſcher Form auf ſeinen „ ſchwarzen Haaren hob das Goldgelb ſeiner Geſichtsfarbe noch mehr hervor. Sein Hals war nackt. Seinen Leib umhüllte das weite weiße Muslingewand, um die Lenden mit einem Scharlachgürtel befeſtigt. Kurze weite Hoſen ließen die un⸗ tere Hälfte ſeiner Beine nackt, deren Schweifung von antiker Reinheit ſich auf den ſchwarzen Seiten ſeines Roſſes gelb⸗ glänzend hervorhob. Seine Füße waren mit rothen Saffian⸗ pantoffeln bekleidet. Steigbügel hatte er nicht. Der Flug ſeiner Gedanken drückte ſich in dem Gange aus, welchen er ſeinem Pferde gab. Dieſer war bald raſch und flüchtig, wie die ungezügelte Einbildungskraft, bald ruhig und gemäßigt, wie die Ueberlegung, welche einem tollen Traum folgt. Jede ſeiner Bewegungen aber hatte ein anmuthiges Gepräge vovn Stolz und wilder Unabhängigkeit. Dſchalma, von den Engländern ſeines väterlichen Gebiets beraubt, war nach dem Tod ſeines in der Schlacht geblie⸗ benen Vaters gefangen gehalten geweſen, (wie Joſua van Dael an Rodin geſchrieben) und war nach einiger in
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