Nachdem der Würger auf dieſe Weiſe ſeine Aufgabe glück⸗ lich gelöſ't hatte, warf er einen letzten Blick der Mordgier auf den Schlafenden Dann kroch er von der Matte weg wieder zu der in die Wand geſchnittenen Oeffnung hinaus, ſchob die beiden Ränder des Schnittes ſorgfältig zuſammen, daß derſelbe nicht zu bemerken war und verſchwand in dem⸗ ſelben Augenblick, wo der Donner in der Ferne zu rollen begann. ¹)
Drittes Kapitel. S cheinde
Mehre Stunden waren verfloſſen, ſeitdem der Würger in die Hütte Dſcholma's geſchlüpft war und ihn mit einem ge⸗ heimnißvollen Zeichen tätowirt hatte. Das Gewitter hatte ausgetobt. Die Sonne war dem Untergange vahe. Ein Reiter ſprengte auf einem von weitäſtigen Bäumen beſchatte⸗ ten Weg dahin. Unter dem dichten Laubgewölbe begrüßten zahlloſe Vögel mit ihrem Zwitſchern und Flattern den herr⸗ lichen Abend. Grüne und rothe Papagaien kletterten mit Hülfe ihrer krummen Schnäbel auf die Wipfel von Roſen⸗ aracien. Maina⸗Mainu, große ultramarinblaue Vögel, mit goldglänzendem Hals und Schwanze, verfolgten ſammtſchwarze Kirſchvögel. Tauben von Kolo, deren vivlettes Gefieder in andere Regenbogenfarben ſchillerte, ließen ihr ſanftes Girren vernehmen neben Paradiesvögeln, die in den prismatiſchen
Farben des Smaragds, des Rubins, des Topas und des
Sapphirs prangten. Der etwas erhöhte Weg zog ſich an einem Teich hin, in welchen ſtellenweife der grüne Schatten der Tamarinden und der Nopals fiel. In dem klaren ruhigen Waſſer ſah man, wie in einer Maſſe bläulichen Kryſtalls ein⸗
geſchloſſen, Silberfiſche mit Purpurfloſſen und blaue Fiſche
mit Scharlachfloſſen unbeweglich an der Oberfläche des von der Sonne beſtrahlten Waſſers, der Fluth von Licht und Wärme genießend. Ueber dem Waſſer ſchwebten gleich flie⸗
e i Anmerkungen am Schluß des Bandes.


