hatte das Geſicht der Thür zugekehrt. Es galt nun zu be⸗ wirken, daß ſein halb unterbrochener Schlaf ſo feſt wie mög⸗ lich würde. Zu dem Ende ahmte der Würger dem Vampir nach und bewegte ſeine flachen Hände wie Fächer vor dem glühenden Geſicht des Schläfers. Die Empfindung dieſer unerwarteten erquicklichen Kühlung bei einer unerträglichen Hitze gab ſich nach wenigen Augenblicken kund. Das Geſicht Dſchalma's heiterte ſich auf, ſeine Bruſt dehnte ſich aus, ſeine Lippen öffneten ſich, um die Kühlung einzuathmen und er verfiel in einen um ſo feſteren Schlaf, je angenehmer ſein jetziges Gefühl im Verhältniß zu dem vorhergehenden war. Ein Blitz erlenchtete das dunkle Laubgewölbe, in welchem der Ajupa ſtand. Der Würger beſorgte, der nächſte Donner⸗ ſchlag möchte den Schläfer erwecken, und beeilte ſich, ſein eigentliches Geſchäft zu vollbringen, wozu er bisher nur Vorbereitungen gemacht hatte. Dſchalma lag auf dem Rücken, den Kopf auf die rechte Schulter geſenkt und den linken Arm ausgeſtreckt. Der Würger, links vor ihm knieend, hörte nach und nach auf, ihn zu fächeln und ſtreifte mit äußerſter Be⸗ hutſamkeit den weiten Aermel, der Dſchalma's linken Arm bedeckte, bis zu der Stelle auf, wo man zur Ader zu laſſen pflegt. Als dies ohne Störung des Schlafs gelungen war, zog er aus ſeiner Hoſentaſche ein kupfernes Büchschen hervor und nahm aus demſelben eine überaus feine Nadel und ein Stückchen von einer ſchwärzlichen Wurzel. In dieſe Wurzel ſtach er mehrmals mit der Nadel. Bei jedem Stich drang eine weiße klebrige Feuchtigkeit hervor. Als er die Nadel mit dieſem Saft hinlänglich befeuchtet glaubte, bückte er ſich und hauchte über die innere Seite von Dſchalma's Arm, um hier abermals ein Gefühl von Kühlung hervorzubringen. Und nun ritzte er auf die Haut des Schläfers einige geheim⸗ nißvolle Zeichen, ſo ſchnell und ſo oberflächlich, daß Dſchalma nicht das Mindeſte ſpürte. Nach wenigen Augenblicken kamen an der Stelle, welche die Nadel geritzt hatte, blaßröthliche Züge von der Feinheit eines Haares zum Vorſchein. Der ätzende Saft an der Nadel wirkte ſtark, aber langſam, ſo daß er, nachdem er allmählig unter die Haut eingedrungen, derſelben ach eklichen Stunden eine vivlettrothe Färbung geben und die
st noch kaum merklichen Linien deutlich hervortreten laſſen mußte.


