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Seine Mordluſt mußte nahe an Wahnſinn ſtreifen, denn mit ſeinem Zögern verlor er eine koſtbare Zeit. Von einem Augenblick zum andern konnte Dſchalma erwachen, und ob⸗ wohl unbewaffnet, wäre der rieſenſtarke und gewandte Königs⸗ ſohn für den Würger ein furchtbarer Gegner geweſen. End⸗ lich bequemte er ſich, einen Seufzer unterdrückend, an das ihm vorgeſchriebene Geſchäft zu gehen. Dſchalma lag mit dem Geſicht zur Linken gekehrt und flützte den Kopf auf den ge⸗ bogenen Arm. Es galt nun vor allen Dingen, ihn dazu zu bringen, daß er, ohne zu erwachen, ſein Geſicht rechts, d. h. nach der Thür zu, drehte, damit, wenn er halb erwachte, ſein erſter Blick nicht auf den Würger fiele.
Der Himmel verdüſterte ſich immer mehr. Die Hitze er⸗ reichte den höchſten Grad und vermehrte die ſtarre Erſchlaffung Dſchalma's, ganz dem Wunſch des Würgers gemäß. Dieſer erhob ſeinen Oberleib aus der gebückten Stellung ünd begann, neben Dſchalma knieend, über deſſen Stirn, Schläfe und Au⸗ genlieder mit ſeinen geölten Fingern ſo ſanft zu ſtreichen, daß die Berührung der beiderſeitigen Haut kaum merklich war. Nach etlichen Sekunden dieſer magnetiſchen Beſtreichung floß der Schweiß von Dſchalma's Stirn reichlicher. Er ſtieß einen ſchwachen Seufzer aus und ſeine Geſichtsmuskeln zuckten etliche Mal. Die Berührungen, zu leiſe, um ihn zu wecken, brachten in ihm ein unbeſtimmtes Gefühl von Mißbehagen hervor. Den ſcheuen Blick auf ihn geſenkt, ſetzte der Wür⸗ ger ſeine Beſtreichungen mit ſolcher Geduld und Geſchicklich⸗ keit fort, daß Dſchalma in ſeinem feſten Schlaf dies unbe⸗ ſtimmte Gefühl nicht länger ertragen konnte, und unbewußt die rechte Hand bewegte, um jüber ſein Geſicht zu fahren, wie zur Abwehrung einer läſtigen Fliege. Aber die Kraft fehlte ihm, und ſeine Hand fiel ſchlaff auf ſeine Bruſt Der Würger wiederholte ſeine Beſtreichungen. Dſchalma, immer mehr niedergedrückt durch eine wie Blei auf ihm laſtende
Schläfrigkeit, drehte ſeinen Kopf herum, ſo daß derſelbe ſich auf ſeine rechte Schulter ſenkte. Der unbewußte Zweck die⸗
ſer Bewegung war derſelbe, wie bei dem unvollendeten Verz ſuch mit der Hand, nämlich: ſich dem unleidlichen Eindruck
zu entziehen, der unabläſſig auf ihn gemacht ward. 3
Seinen nächſten Zweck hatte der Würger erreicht. Dſchalma


