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wenn man mich hier wegſchickte. Ich bitte Sie mit ge⸗ falteten Händen, beſtehen Sie nicht auf Ihren nutzloſen Verfolgungen, deren Er ebniß, für mich beweinenswerth, wenn dieſelben unglücklicherweiſe von Frau Zimmermann bemerkt würden, mich dieſer Stelle verluſtig machte, welche meine letzte und einzige Hülfsquelle iſt!“
Dieſer Mann hatte die ſchändliche Frechheit, Louiſe Folgendes zu antworten:
„Hören Sie wohl auf mich: ich bin ſehr verliebt in Sie. Ich gehe nun wieder auf eine Reiſe von drei Wochen; nach meiner Rückkehr werde ich Sie in den Angen meiner Frau ſo verdächtigen, daß Sie von hier weg müſſen. Wenn Sie dann keine Hülfsquelle mehr haben, ſo zählen Sie auf mich; ich werde Ihnen ein angenehmes Leben bereiten, wie es Ihrer ſchönen Augen würdig iſt, und ich werde dann das Koſt⸗ und Lehrgeld für Ihre Kinder bezahlen, wenn Sie artig ſind.
Dieſer Elende verreiſte.
Man denke ſich nun die ſchrecklichen Beſorgniſſe Louiſens, während ſie die Rückkehr desjenigen erwartete, der das Schickſal der Famllie des Deportirten in ſeinen Händen hatte.
Dieſe ſchrecklichen Beſorgniſſe und die erniedrigende Geringſchätzung, mit weicher Frau Zimmermann und ihre Magd ſie behandelten, ſuchte Louiſen inmitten der Liebkoſungen ihrer Kinder zu vergeſſen, die ſie an jedem
Sonntage ſah. Dieſe entſprachen allen ihren Hoffnun⸗
gen; man verehrte Julchen in ſeinem Inſtitute, und Herr Müller, der Kunſttiſchler, lobte den Eifer, die Einſicht und die Gelehrigkeit Alberts, des Muſterlehrlings, wie er ſagte, täglich mehr. Aber wenn dann die Frau des Deportirten ihre Tochter in das Inſtitut und ihren Sohn zu ſeinem Lehrherrn zurückgeführt hatte und Abends in ihren Laden zurückkam, fühlte ſie, wie ihr Herz ſich ſchmerzhaft zuſammenſchnürte, wenn ſie an die grauſa⸗ men Kränkungen dachte, die ihrer harrten; wenn ſie


