Druckschrift 
Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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es iſt jene wohlthätige Ermüdung, die zum Schlafe ruft. Morgen muß ich um ſieben Uhr den Laden öffnen, und meine neue Stellung iſt mir ſo koſtbar, ſo unverbofft ge⸗ kommen, daß ich meinen Platz behalten will, und wenn ich mich mit unerdenklichem Eifer anſtrengen muß.

Lebe herzlich wohl! Lebe wohl! Ich küſſe Dich mit aller Liebe.

Loniſe.

Wir hören nun auf, Auszüge aus dieſer Korreſpon⸗ denz zu geben.

Dieſe Zeit, in welcher der Kummer und das Elend, welche die Deportation des Geächteten über ſeine Fa⸗ milie gebracht, aufhörten weiterzugreifen, verlieh Louiſen wenigſtens einige Wochen der Ruhe. Aber wenn ihre und ihrer Kinder Exiſtenz materiell nahezu geſichert ſchien, ſo hatte das arme Geſchöpf bald eine wahre Seelenqual auszuſtehen, die um ſo grauſamer, als das Zartgefühl des Opfers viel feiner war; ſie hatte zahlloſe und vft peinigende Demüthigungen zu erdulden in ihrer neuen Stellung als Ladendienerin, einer Stellung, die derjenigen der Dienerſchaſt ſo nahe ſteht, wenn der Herrin Herz, Takt und Erziehung fehlen: und alſo war es bei Frau Zimmermann.

Dieſe Frau war von unfreundlichem, mürriſchem Charakter, der noch durch eine ſchleichende Krankheit ge⸗ reizt wurde; und ſie verbitterte Louiſen das Brod, das ſie verdiente, oft, indem ſie dieſelbe ihre untergeordnete Stellung ſchwer fühlen ließ. Sie empfand eine boshafte Schadenfreude, die Frau des Herrn Morand, des ehe⸗