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Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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Erziehungsanſtalt gehört zu haben, die außerhalb der Stadt liegt. Die Summe, die dafür jährlich zu ent⸗ richten iſt, ſoll, wie man ſagt, ſehr gering ſein, da die Schülerinnen dieſes Inſtituts hauptſächlich aus Töchtern von Arbeiteraufſehern oder wohlhäbigen Pächtern beſtehen. Ich begab mich ſogleich in das Inſtitut, das ſich eine Viertelſtunde von Orleans auf der Straße von Olivet in einer reizenden und geſunden Lage befindet. Es ſind fünfzig Schülerinnen darin und der jährliche Preis be⸗ trägt zweihundert Franken, Alles einbegriffen. Dieſe beſcheidene Forderung erklärt ſich auf folgende Weiſe: Es ſind in dem Inſtitut nur zwei Mägde, welche die ſchwerſten Arbeiten verſehen; alle Schülerinnen, machen, ſobald ſie das zwölfte Altersjahr erreicht haben, ſelbſt ihre Betten und die andern häuslichen Verrichtungen und beſchäftigen ſich unter der Leitung einer Unterlehre⸗ rin der Reihe nach mit den Haushaltungsgeſchäften von der Beſorgung des Weißzeuges an bis zu der der Küche. Noch beſſer, das Inſtitut übernimmt von auswärts viele Näh⸗, Stickerei⸗ und Teppicharbeiten, und ſobald eine Schülerin im Stande iſt, geſchickt genng zu arbeiten, ſo daß ihre Arbeit einigen Gewinn einträgt, wird der⸗ ſelben eine Rechnung eröffnet und am Ende des Jahres wird ihr Gewinn, der freilich oft ſehr gering iſt, aber dennoch auf dreißig, vierzig und fünfzig Franken ſteigen kann, von dem Koſtgelde abgerechnet. Die Vorſteherin hat mir einige junge Mädchen genannt, deren Koſtgeld auf dieſe Weiſe ihre Eltern nur hundertzwanzig bis hun⸗ dertdreißig Franken koſtete. Ich war betroffen von den Vortheiten einer ſolchen Erziebung: man muß ſich da beſonders gut an Ordnung, Arbeitſamkeit, Sparſamkeit und die praktiſche Kenntniß aller Einzelnheiten der Haus⸗ haltung gewöhnen Die Vorſteherin ſchien mir eine wahrhaft merkwür⸗ dige Frau zu ſein. Sie zeigte mir das Programm des Lehrkurſes, der nicht eben gerade glänzend genannt wer⸗