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Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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die im Grunde eine gute Frau iſt, ſeit langer Zeit krank iſt und daß ſie zuweilen in eine bittere Gemüthsſtim⸗ mung verfällt. — — — Ich ſage Ihnen dieß unter uns, damit Sie ſich darnach richten können.“

„Arme Frau! ſie leidet,“ ſagte ich zu unſerer Weißnäherin, „da intereſſire ich mich ſchon um ſie. Bin ich ihr nicht eine lebhafte Erkenmtlichkeit ſchuldig, kommt ſie mir nicht in einem beinahe verzweifelten Au⸗ genblicke zu Hülfe? O! ich werde ſie ſtets mit ſo zärt⸗ licher Sorgfalt behandeln, daß ihr Charakter, weit ent⸗ fernt, aufgereizt zu werden, ſanfter werden wird.“

Ich wiederhole Dir, mein Edmund, ich glaubte zu träumen. Alles Glück kam auf einmal! Ich begleite die Weißnäherin zu Frau Zimmermann, die künftig meine Herrin ſein ſollte. Es iſt eine Frau in ungefähr meinem Alter mit einem krankhaften Geſichte. Sie hat mich ſehr gefällig empfangen, und als unſre Bedingun⸗ gen feſtgeſetzt waren, führte ſie mich in das Zimmer, welches ich im oberſten Stockwerke des Hauſes bewoh⸗ nen ſoll. Dieſes Zimmer iſt klein, aber ſehr wohnlich. Es wurde ausgemacht, daß ich am folgenden Tag in das Geſchäft trete.

Ich war nun ſicher, jährlich dreihundert Franken zu verdienen, dreihundert Franken! Mein Freund, ich kann es kaum glauben! da dachte ich auf meinen Vor⸗ ſatz, Julchen in die Lehre zu thun, verzichten zu müſ⸗ ſen. Es iſt über vierzehn Jahre alt und ein Stand als Lehrmädchen würde nothwendigerweiſe verlangen, daß es oft Ausgänge in der Stadt umher machte. Nun kennſt Du ja, mein Freund, die unüberwindliche Schüch⸗ ternheit unſeres lieben Kindes, und obgleich es entſchloſſen iſt, die Hingebung ſeines Bruders zu theilen, ſo würde es doch in ſeiner Stellung als Lehrmädchen mehr als eine grauſame Probe zu beſtehen haben. Da habe ich mich dann zu etwas Anderem entſchloſſen.

Ich erinnerte mich von einer beſcheidenen Mädchen⸗