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Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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antwortete ich ihr, „damit habe ich Ihnen Alles ge⸗ ſagt. Um was handelt es ſich?“

„Frau Zimmermann, meine Baſe, hält, wie Sie wiſſen, einen Modewaarenladen,“ ſagte die Weißzeug⸗ näherin zu mir. Ihr Gatte iſt Reiſender für dieſel⸗ ben Stoffe. Sie hat nun kürzlich ihr Ladenmädchen verabſchiedet; dieſe Stelle iſt alſo frei; man hat dabei Nahrung, Wohnung und freie Wäſche und der Lohn beträgt dreihundert Franken. Das iſt die ſchöne Seite der Sache. Aber ich verberge es Ihnen nicht und es wird vielleicht für eine Perſon wie Sie, die nicht an Anſtrengung gewöhnt iſt, peinlich ſein, daß Sie der Magd helfen müſſen, den Laden auszukehren, aufzuräumen, zu öffnen und zu ſchließen; denn die Magd hat wegen den Kindern viel im Hauſe zu ſchaffen. Dann muß man

von Morgens bis Abends am Ladentiſch ſtehen, verkau⸗ fen und ſich mit den kaufmänniſchen Schreibereien befaſſen⸗ weil meine Baſe, die ſehr kränklich iſt, nicht immer in den Laden herunter kommen kann. Dieſelbe hat mich nun gefragt, ob ich Jemand kenne, dem man Vertrauen ſchenken dürfe, und da dachte ich an Sie. Ich muß noch beifügen, daß Sie die Sonntage frei haben wer⸗ den.“

„Da werde ich alſo jede Woche meine Kinder ſe⸗ hen können!“ rief ich aus und glaubte zu träumen, mein Freund, ſo glücklich war ich über dieſes unerwar⸗ tete, gute Geſchick; und mit Thränen in den Augen drückte ich die Hände unſerer Weißnäherin in den mei⸗ nigen und fuhr fort: „Ach Gott! wenn nur Ihre Baſe einwilligt, mir dieſe Stelle zu geben!“

„Dieß hängt ganz vollſtändig von Ihnen ab; ich ſagte meiner Baſe, Sie ſeien die Frau des Herrn Morand, der früher bei Herrn Heurtier Kaſſier geweſen; da hat fie ſich ſogleich entſchloſſen, aber ſie wünſcht, daß Sie, wenn es ſein kann, die Stelle ſo ſchnell als möglich antreten. Endlich muß ich Ihnen noch mittheilen, daß meine Baſe,