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Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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bei uns nicht zu viel ſein; aber Du weißt ja wohl, daß wir keinen Platz haben, um ihn unterzubringen.“

„Freilich!“ erwiederte Frau Müller nach we⸗ nigen Momenten des Nachdenkens. „Haben wir nicht die Kammer, in welcher Du Dein Fournierholz trockneſt? dieſelbe iſt ſehr luftig und es iſt ein Ofen darin. Wenn man nun das Holz ordnet, ſtatt es verzettelt umher lie⸗ gen zu laſſen, ſo wird man in dem Gemache leicht Platz für ein Bett, für einen Stuhl und eine Kommode finden.“

„Du haſt Recht,“ nahm der Kunſtſchreiner wie⸗ der das Wort, „daran dachte ich nicht.“

„Der Knabe der Frau Morand wird ſich dort ſehr wohl befinden,“ fügte die Frau des Schreiners bei, „denn ich würde dort meinen Sohn unterbringen, wenn ich einen hätte.“ Darauf ſagte ſie zu mir: „Sie dürfen mir glauben, Frau Morand, Ihr Kind wird hier wie ein Kind vom Hauſe gehalten ſein.“

„Und welche Summe verlangen Sie als Lehr⸗ geld?“ fragte ich die wackere Frau.

„Gewöhnlich, Frau Morand, zahlt man hundert bis hundert und zwanzig Franken für das erſte Jahr, wovon man den Betrag für ſechs Monate voraus ent⸗ richtet,“ erwiederte Herr Müller. „Und wenn der Lehr⸗ ling geſchickt iſt, verdient er nach Ablauf eines Jahres durch ſeine Arbeit dieſes Geld. Aber dabei iſt nur Koſt, Wohnung und Wäſche verſtanden; ſein ſonſtiger Unterhalt fällt ſeinen Eltern zur Laſt.“

„Sie würden alſo,“ ſagte ich zu ihm, „meinen Sohn für hundert und zwanzig Franken auf ein Jahr zu ſich nehmen?“

„Ja, Frau Morand, und herzlich gerne,“ er⸗ wiederte mir Fran Müller. „Sie ſind in Noth und bringen ein großes Opfer, da Sie ſich von Ihrem Knaben trennen; wir werden ſorgen, daß weder Sie noch er es zu bereuen haben werden.“