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bei an eine Probe von Zartgefühl von ihrer Seite. Als ich eines Tages eine ihrer Rechnungen bezahlte, gab ich ihr zehn Franken zu viel; zwei Stunden ſpäter brachte ſie mir die zehn Franken zurück. Die Ehrlichkeit iſt faſt immer das Anzeichen eines guten Herzens und unſer Kind würde bei dieſer ehrbaren Arbeiterfamilie würdig verſorgt ſein.
„Wir werden verſuchen, Albert als Lehrling bei dem Kunſtſchreiner unterzubringen,“ ſagten wir. „So⸗ mit wäre Albert verſorgt. — —“ (Wir wünſchten die Ausführung dieſes Planes ſo ſehnlich, daß wir gar nicht an ſeinem Gelingen zweifelten.)
In Betreff Julchens wurde unſere Hoffnung beinahe zur Gewißheit. Die Goldwaarenhändlerin, der ich unſer Silberzeug verkauft hatte, iſt Wittwe und wie uns Al⸗ bert ins Gedächtniß zurückgerufen, hatte ſie ihrem Lehrmädchen vor uns gedroht, es nicht mehr zu behal⸗ ten, wenn es ſie nicht beſſer befriedige. Wäre dieſe Stelle vielleicht vakant geworden? Mein Freund, Du begreifſſt, mit welcher Gluth wir dieß wünſchten. Welche ungehoffte Gelegenheit! Man konnte Julchen bei einer Wittwe unterbringen und das Erlernen der Goldarbeiterei mußte nicht mühſam ſein; Albert erin⸗ nerte ſich, daß das kleine Mädchen, das die Herrin ge⸗ ſcholten, Teller polirte.
„Das wäre alſo für Julchen,“ ſagten wir.
Wir kannten die Lehrbedingungen für Kinder noch nicht; aber wenn man auch genöthigt geweſen wäre, während dem erſten Arbeitsjahre ein mäßiges Koſtgeld zu bezahlen, ſo hoffte ich, dieſe Ausgabe beſtreiten und wenigſtens ein Halbjahr voraus bezahlen zu können. Denn es blieb uns noch das Mobiliar nuſeres Zimmers und eine große Menge Bettſtücke und Tafelzeug übrig und der Verkauf dieſer letzten Gegenſtände trug ohne Zweifel genug ein, um das Lehrgeld zu entrichten.
Ich kann Dir, mein Freund, die Frende nicht be⸗


