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dieſe Hülfe hätte nur einen Vernichtungskampf auf einige Wochen verlängert, der mit einem verzweiflungsvollen Elende endigen mußte.
Dieſe Angſt, dieſe Herzensqualen hatte Louiſe alle vor ihrem Gatten verborgen, obgleich dieſer bei ſeiner Geſchäftskunde in Geldſachen die Noth ſeiner Familie lange vorausgeahnt hatte, indem er die Ausgaben, welche die Krankheiten ſeiner Frau und ſeiner Tochter und die Begräbnißkoſten für ſeine Mutter verurſacht hatten, wohl berechnete. Aber Louiſe beruhigte ihn; ſie hatte, wie ſie ſagte, einige Näharbeit gefunden, die ziemlich gewinn⸗ bringend war. Endlich kam der Tag, wo die Frau des Deportirten ihm Folgendes ſchrieb:
April 1852.
Mein Edmund, Du mußt mir verzeihen! Zum erſten Male in meinem Leben und nur aus Furcht, Deinen Kummer zu vermehren, betrog ich Dich. Deine Ahnun⸗ gen waren richtig. Die ungluͤcklichen Ereigniſſe, die uns Schlag auf Schlag getroffen, haben unſere beſcheidenen Hülfsmittel erſchöpft; es war mir unmöglich für meine Tochter und mich irgendwelche Näharbeit zu finden und nachdem wir lange unter harten Entbehrungen gelebt, naht der Augenblick, wo ich gezwungen ſein werde, die wenigen Möbeln, die uns noch bleiben, zu verkaufen, um nicht Hungers zu ſterben. — — —
Mein Freund, ich ſehe von hier aus Deine Thränen fließen, — — ich errathe Deine Herzensangſt! Beruhige Dich! beruhige Dich! Ich habe die Bosheit gehabt, Dir dieſen Moment des Schreckens zu bereiten, um Dir nachher die Empfindung des Glückes noch ſüßer zu machen, die Du haben wirſt, wenn Du erfährſt, daß wir alle drei gerettet ſind, ja gerettet! — Und weißt Du, durch wen? Durch einen Engel, und dieſer Engel iſt — — — Dein Sohn, iſt Albert! denn ihm gebührt die


