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Die zärtlichſte, zuvorkommendſte, ergebenſte aller Mägdes Dann kanute ſie als ausgezeichnete Haushälterin alle Einzelheiten des Dienſtes und ſogar die Küchenwirtbſchaft aufs Genaueſte. Hatte ſie nicht zur Zeit ihres Glückes Freude daran gehabt, einige bei der Familie beſonders beliebte Gerichte ſelbſt zu bereiten? Das alberne Vor⸗ urtheil der Erniedrigung, das allgemein und ſehr falſcher Weiſe an die gewöhnlichen Dienſtverrichtungen geknüpft iſt, berührte Luiſe wenig; denn was ſie vor Allem er⸗ ſtrebte, war die Sicherung der Epiſtenz ihrer Kinder.
Wenn ſie aber auch zugab, daß es ihr gelingen könnte, einen Platz zu finden, ſo würden doch ihre Löhne, die in der Provinz ſtets ſo gering ſind, wie ſie einſah, nicht ausreichen, um die Exiſtenz Julchens und Alberts zu ſichern. Und da ſie in ihrer Stellung als Magd dieſelben nicht bei ſich behalten könnte, wo ſollte ſie dieſelben unterbringen? — — —
So ſtieß die Fran des Deportirten in ihrer ver⸗ zweifelten Lage bei jedem Anlaufe, den ihr Herz und ihr Verſtand zu einer möglichen und ehrbaren Löſung der Schwierigkeiten nahmen, jedesmal auf eine Unmög⸗ lichkeit. Die unerbittliche Zukunft geſtaltete ſich drohend vor ihr. Sollte ſie ſich an Freunde wenden? Sie hatte keine Freunde mehr, ſie waren alle geächtet. Und was hätte ſie von ihnen verlangen ſollen, wenn ſie auch nicht im Exil geweſen wären? Für ihre und ihrer Kinder Bedürfniſſe zu ſorgen? Ein ſolches Verlangen wäre un⸗ ſinnig geweſen.
Einen Augenblick gedachte Loniſe auch, ſich an Herrn Heurtier den ehemaligen Geſchäftsherrn Edmunds, zu wenden und die Demüthigung, vor ihm mit einer Bittſchrift zu erſcheinen, machte ihr ſonſt wenig Sorge, denn es handelte ſich um ihre Kinder; aber ſie war ſicher, eine abſchlägige Antwort zu erhalten, indem ſie ſich an ihre Begegnung mit dem Kaufherrn erinnerte. Und hätte er ihr auch eine geringe Hülfeleiſtung gewährt,


