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gelungen wären; aber die Noth war dringend und die Weißzengnäherin konnte zum Lernen keine Hemden zu nähen geben.
Als dieſe Hoffnung vernichtet war, gab ſich Louiſe den bizarrſten Entwürfen hin.
„Zur Zeit meines Glückes,“ dachte ſie, „hatte ich, wie man ſagte, eine ſchöne Stimme, wohlan denn! ich werde des Abends ausgehen, meinen Kopf mit einem Schleier verhüllen und mich in die Tiefung einer dunkeln Thüre ſtellen, um zu ſingen, wie ſo viele Unglückliche, um von der chriſtlichen Liebe der Vorübergehenden ein Almoſen zu erflehen. — — —
„Aber was werde ich dabei verdienen? — — Kaum einige Sous — — —
Bald dachte ſie daran, Muſikſtunden zu geben, aber ſie betrog ſich nicht ſelbſt; ſie ſang zwar zur Begleitung des Piano recht angenehm, aber in der Stadt war eine große Anzahl Muſiklehrerinnen, die mit einem wahren Talente begabt waren und deren Schülerzahl ſich ſeit langer Zeit gebildet hatte.
Auch auf dieſer Seite blieb alſo keine vernünftige Hoffnung.
Bald erinnerte ſich dann Louiſe ihres Muths und ihrer Sorgfalt, mit denen ſie die Mutter ihres Gatten und ihre Tochter während ihrer Krankheiten gepflegt hatte, und ſagte bei ſich: Ich könnte vielleicht mein und meiner Kinder Brod als Krankenwärterin verdienen. — — — Unſer Arzt hat mich am Werke geſehen, er wird mich empfehlen und mir vielleicht einige Patienten verſchaffen. .
Aber dieſer traurige Beruf war ſo manchen Wechſel⸗ fällen unterworfen, daß ſie bald auf dieſe Hoffnung verzichtete.
Bald wollte ſie dann Dienſtmagd werden und dieſer Vorſatz kam ihr oft wieder zu Sinn. War ſie denn nicht für die Mutter ihres Gatten eine Magd geweſen?


