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urſacht hatten, und endlich mußte der Lohn für beinahe drei Monate an Honorine ausbezahlt werden. Das we⸗ nige Geld, das Louiſen blieb, konnte für die verſchiedenen Zahlungen nicht ausreichen; ſie mußte ihre Silbergedecke, die ſie als letzten Nothanker bewahrt hatte, und auch das Geräthe aus dem Zimmer von Edmunds Mutter, obgleich ihr dies beinahe eine Entweihung ſchien, eben⸗ falls verkaufen.
Als dieſe Schulden bezahlt waren, blieben der Frau des Deportirten ungefähr hundert und fünfzig Franken und einige Möbeln, mit denen das Zimmer ausgerüſtet war. Dieſe beſcheidene Summe reichte kaum aus für den Unterhalt der Familie während zwei Monaten, und da mußte ſie ſich noch zufrieden geben, mit einer Spar⸗ ſamkeit zu leben, die an das Elend ſtreift. Es geſchah dies ſo: Louiſe wuſch ihre und ihrer Kinder Wäſche ſelbſt; die Familie aß Brod, ein wenig Wurſt oder dergleichen und trank Waſſer dazu; Heizung und Belenchtung ent⸗ behrten ſie beinahe vollſtändig, obgleich die Witterung noch kalt und die Tage ſehr kurz waren. Statt wie ſonſt mit einer leichten Arbeit oder mit Leſen beſchäftigt des Abends beim Feuer und beim Scheine einer Lampe zu wachen, ging die Familie des Deportirten mit dem Sonnenuntergang zu Bette; da hatten die Armen we⸗ nigſtens nichts von der Kälte zu leiden.
Da Louiſe über den Geſundheitszuſtand ihres Gatten und denjenigen ihrer Kinder beruhigt war, hätte ſie die für ſie neuen Entbehrungen muthig ertragen, wenn ſich nicht Tag für Tag die Zukunft drohender geſtaltet hätte. Sie ſah den Moment herannahen, wo ihre letzte Ma⸗ traze verkauft, ihr letzter Sou ausgegeben ſein und ſie und ihre Kinder in eine fürchterliche Noth gerathen würden.
In ſolchen Nöthen iſt der Zuſtand einer Frau, der Mutter einer Familie ſchrecklich, verzweiflungsvoll! — — — Wenn einem Manne trotz ſeinem Muthe, trotz


