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ſich die Herzensangſt und Beſtürzung Louiſens denken, die genöthigt war, das Beit zu hüten, — eine Herzensangſt, eine Beſtürzung, die noch peinlicher wurden durch die Ungewißheit und die Unmöglichkeit, aus einem fernen Lande häufige Nachrichten zu erhalten⸗
Endlich kam der Tag, an dem der wiedergeneſende Edmund an Louiſe ſchrieb; ſeine Krankheit war vollſtän⸗ dig gehoben; aber er kündigte Louiſen mit lebhafter Be⸗ kümmerniß den Tod Sylvan Birubaums an, deſſen letzte, an ſeinen Verbanuungsgenoſſen gerichteten Worte waren:
„Wenn Sie jemals nach Frankreich zurückkehren⸗ Herr Morand, empfehle ich Ihnen meine armen Kinder an. — — — Ich ſpreche nicht von meinem Vater, deſſen Schickſal ich vorausſehe; er wird, in ſeinem Alter auf die Galeeren geſchleppt, geſtorben ſein, ehe er dort an⸗ kommt. — — — Wenn ich keine Familie hinterließe, ſtürbe ich ohne Herzeleid: denn ich werde den Sturz der Republik nicht ſehen — und die war das einzige Erbe, das ich meinen Kindern hinterlaſſen konnte!“
So erfuhr Louiſe auf einmal die Wiederherſtellung der Geſundheit ihres Gatten und den Tod Sylvans. Sie meldete denſelben dem Direktor des Gefängniſſes, in welchem Peter und Marie eingeſperrt waren, und ſchrieb dieſen Waiſen einen rührenden Brief, der ſie von dem Tode ihres Vaters benachrichtigen und ſie wenig⸗ ſtens verſichern ſollte, daß ſie nicht ganz verlaſſen ſeien und daß ein Freundesherz ſich um ſie bekümmere-
Für Louiſe war es ein großes Glück, Edmund außer Gefahr zu wiſſen, aber dieſes Glück ward durch troſt⸗ raubende Gedanken getrübt.
Das Weib des Deportirten betrachtete mit Schrecken den wirklichen Zuſtand ihrer Geldverhältniſſe.
Julchen befand ſich in voller Wiedergeneſung und Albert konnte ſein Inſtitut verlaſſen. Nun mußten für die letzte Zeit die Ausgaben gemacht werden, welche die Krankheiten und Alberts Aufenthalt in der Anſtalt ver⸗


