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Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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Beſuch koſtete ſo viel, als das Brod der Familie in zwei Tagen.

Louiſe, die über die Zukunft ihrer Kinder ſchon beun⸗ ruhigt war, empfand auch lebhafte und heſtige Unruhen in Betreff ihres Gatten, den ſie anbetete. Edmund Morand war an rubige Arbeit im Zimmer gewöhnt und an jene geſchäftige Fürſorge, jene ſüßen Zuvorkommen⸗ heiten, mit denen ein geliebter Familienvater von den Seinigen überhäuft wird. Edmund war nicht ſehr kräf⸗ tig gebaut und keineswegs fähig, die harte Landarbeit auszuhalten, die Arbeit der er nun unter einem heißen Himmelsſtriche und unter den unglücklichſten Umſtänden obliegen mußte. Sein Muth, ſeine Würde, das Be⸗ wußtſein, ſeine Pflicht gethan zu haben, — dieſe allein hielten dieſen Mann der Pflicht noch aufrecht. In ſeinen Briefen verrieth er niemals die geringſte Schwäche, niemals die geringſte Klage; dieſelben waren ſtets er⸗ hebend und erfüllt von Heiterkeit, ſo weit ſie ſeine Per⸗ ſon betrafen. Seine einzige Gedankenpein war die Sorge um das Schickſal ſeiner Familie; er hatte die Rachricht von dem Tode ſeiner Mutter mit Ergebung und Feſtig⸗ keit vernommen; aber der ſchreckliche Schlag hatte, ſo beherzt er ihn entgegengenommen, die unſeligſten Folgen: der Kummer vereinigte ſich mit der Anſtrengung und mit der ungeſunden Beſchaffenheit des Klima's, um das Leben Edmunds zu gefährden Sylvan Birnbaum gab ihm Beweiſe einer brüderlichen Hingebung; die Gleich⸗ heit ihres Unglücks erzeugte eine innige, freundſchaftliche Annäherung unter den beiden Geächteten, die von allen Weſen, die ihrem Herzen theuer, getrennt waren.

Als Edmund Morand in das Spital gebracht wor⸗ den, geſellte ſich ihm dort Sylvan bald wieder bei. Der robuſte Taglöhner, deſſen Kräfte ſchon durch die Ueber⸗ anſtrengung bei den Feldarbeiten gebrochen waren, ſah bald, daß ſeine Kräfte unter dem Einfluſſe jener ſchlei⸗ chenden, ſchrecklichen Krankheit, dem Heimweh, das