Druckschrift 
Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
Einzelbild herunterladen

December 1851.

Es iſt drei Viertel auf zwölf Uhr und die Poſt geht um zwölf Uhr ab. — — Nur ein Wort, aber ein Wort der Berubigung, ein Wort der Hoffnnng! Mein Edmund, die ärztliche Berathung fand dieſen Morgen ſtatt. Herr Lefövre, der berühmte Pariſer Arzt, geht eben von uns fort. Höre, was er mir ſagte, als er mich verließ:

„Hoffen Sie das Beſte, Madame, Ihr Kind wurde vollkommen richtig behandelt. Ich habe allen Grund zu glauben, daß die neuen Verordnungen, für welche wir übereingekommen ſind, die entſcheidende Kriſe beſchleuni⸗ gen werden und daß dieſe Kriſe günſtig ausfallen wird.“

Mein Freund, ich habe nur noch Zeit, dieſen Brief zu ſchließen, Dich zu küſſen und Dir aus vollem Mutter⸗ herzen zuzurufen: — — Wir wollen hoffen! hoffen!

* Deine Louiſe.

Der Briefwechſel zwiſchen Louiſe und ihrem Gatten wurdefortgeſetzt; Julchen genaß von dem Schwitzfieber, das ſein Leben gefährdet hatte, und es bedurfte nach Hebung der Krankheit einer langen Zeit zur vollſtändigen Wiedergeneſung, welche eine Menge zarter, und wegen der Spärlichkeit der Hülfsmittel koſtſpieliger Fürſorgen erheiſchte.

Den grauſamſten Kummer im Leben verurſachen gewiß materielle Fragen, die man inmitten betäubender Schmerzen vergaß, deren Gewicht aber nicht weniger zu