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ruhig, zu erfahren, wie es Julchen gehe. Als ich eintrat, legte eben Honorine dem armen Kinde Seufpflaſter auf. Seine Beine ſind von dem häufigen Gebrauch dieſes Mittels ſo abgemagert und ſchmerzhaft, daß wir gar nicht mehr wiſſen, an welche Stelle wir es ihm auflegen
ſollen. Obgleich Julchen ſich wehrte — ach! freilich nur!
ſchwach, denn es iſt ſehr abgemattet! — gelang es uns endlich, das Senfpflaſter etwas unterhalb des Knies aufzulegen; bald darauf ſtieß es mehrmals einen kläg⸗ lichen Schrei aus, der mir jedesmal das Herz zerriß und mich dennoch beruhigte; denn der Arzt hat mir oſt wiederbolt, daß man immer noch hoffen könne, ſo lange die örtlichen Mittel wirkten. Wirklich verſchwand nach dieſer höchſt ſchmerzlichen Kriſe die ſchlafſüchtige Betäu⸗
bung Julchens ein wenig und ſein Köpfchen wurde
leichter. Ich ſah in ſeinem Blicke, daß es mich wieder⸗ erkannte; aber es war ſo abgemattet, daß es mir kaum leicht zunicken konnte.
Mein Freund, ich muß nun dieſen langen und traurigen Brief endigen; er ſoll heute abgehen und ſchon iſt es bald zwölf Uhr Mittags, die Stunde des Poſt⸗ abgangs.
Auf, Freund! und Muth gefaßt! Wir wollen nicht verzweifeln! — — — Ach! wir haben die beſte der Mütter verloren, aber noch bleiben uns unſere Kinder. — — — O! könnte ich wenigſtens bei Dir ſein, um
durch meine zärtliche Fürſorge den Schlag zu ſchwächen,
den Dir dieſer Brief beibringen wird. — — Edmund! ich beſchwöre Dich, laß' Dich nicht niederbeugen! — — — Gedenke unſerer! Leb wohl, armer Freund! — — Ich küſſe Dich mit aller Kraft meiner Seele. Louiſe.
N. S. Morgen ſogleich nach der Ankunft des Herrn
Lefovre von Paris werde ich Dir das Ergebniß der Berathung mittheilen.


