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Intereſſe ich an den beiden Unglücklichen nahm, ließ er dieſelben zu mir kommen. Ich fand ſie minder nieder⸗ geſchlagen und beſtürzt als vor wenigen Tagen, aber in niefer Traurigkeit. Sie haben ihr ganzes Gefühlsver⸗ mögen wieder erlangt; Marie hauptſächlich weinte viel. Ich tröſtete ſie aufs beſte und verſicherte ſie, daß ich Dir heute noch ſchriebe und daß ihr Vater ſodann Nachrichten von ihnen bekommen werde. Ich überließ ihnen ein wenig Geld, damit ſie ſich einige kleine An⸗ nehmlichkeiten verſchaffen könnten. Als ich darauf die Anſtalt verließ, fragte ich den Vorſteher, ob die Kinder darin blieben. Er antwortete mir verneinend; ſie müß⸗ ten, wenn Niemand von ihrer Verwandtſchaft ſie heraus⸗ verlange, bis zu ihrem achtzehnten Jahre in eine Zucht⸗ anſtalt für umherſtreichende oder verlaſſene Kinder ge⸗ ſperrt werden.
„In ein Zuchthaus!“ rief ich aus; „aber, mein Herr, dieſe Waiſen ſind keiner ſchlechten Handlung ſchuldig.“
„Das iſt wahr, geehrte Frau; aber man wird ſie ſonſt nirgends hinſchicken können und dort werden ſie wenigſtens eine Zufluchtsſtätte finden.
Dieß, mein Freund, iſt das Schickſal, das den Kindern Deines Verbannungsgenoſſen vorbehalten iſt. — — Mir blutet das Herz, daß ich Dir dies mittheilen muß. Aber was ſoll ich thun? mein Gott, was ſoll ich thun?
Hierauf ging ich in Alberts Inſtitut und umarmte denſelben mit einem Gefühle unausſprechlichen Glückes. Es war dieß für mich inmitten meiner Herzensqualen ein Moment köſtlichen Genuſſes. — Der Vorſteher des Inſtituts iſt ſehr zufrieden mit Albert.
„Siehſt Du, Mama,“ ſagte dieſer zu mir, als er mich beim Weggehen begleitete, „ich arbeite ſo gut ich kann; denn die Arbeit läßt mich den Kummer vergeſſen, meine Großmutter verloren zu haben und nicht mehr


