Druckschrift 
Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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„Wie befindeſt Du Dich, mein Kind?“ fragte ich es. Es antwortete mir mit einem langen Seufzer; ich fürchtete es aufzuregen, wenn ich weiter ſpräche und ſetzte mich an ſein Bett.

um ſieben Uhr kam der Arzt und ſagte, wie immer:

„Der Zuſtand des Kindes hat ſich nicht verſchlim⸗ mert, aber er iſt auch nicht beſſer geworden; am Donnerſtag wird die entſcheidende Kriſe eintreten.“

Trotz der Hartnäckigkeit, mit der ich hoffe, war dieſe Antwort weit entfernt, mich zu beruhigen. Ich bat den Arzt um die Erlaubniß, zwei andere der beſten Aerzte von Orleans zu einer Berathung beiziehen zu dürfen, und er machte dagegen keine Einwendung; er fügte noch bei:

„Wenn Sie nicht vor der Ausgabe zurückſchrecken, Frau Morand, würde ich Ihnen eher rathen, Herrn Le⸗ fsvre, meinen ehemaligen Profeſſor, von Paris kommen zu laſſen. Er iſt ohne Seinesgleichen in der Behandlung von Kinderkrankheiten; ich könnte ihm dieſen Morgen noch ſchreiben und morgen würde er mit der Eiſenbahn um Mittag hier ſein; aber ich ſage Ihnen zum Voraus, er entfernt ſich nie von Paris unter einer Vergütung von wenigſtens dreihundert Franken.

Brauche ich Dir beizufügen, mein Freund, daß ich keinen Augenblick gezögert habe, darauf einzugehen; der Arzt hat mir auch verſprochen, daß Herr Lefövre morgen hier ſein werde.

Darauf glaubte ich mich, wenn auch mit Bedauern, einige Angenblicke entfernen zu können, um die Kinder des Herrn Sylvan in der Bettlerverwahrungsanſtalt zu beſuchen, wobei ich mir zugleich verſprach, auf dem Rück⸗ wege Albert in ſeinem Inſtitute zu umarmen. Ich ließ Honorine bei Julchen zurück und begab mich zum Vor⸗ ſteher der Anſtalt. Sobald er erfahren hatte, welches