Druckschrift 
Johanne und Louise oder Die Familien der Deportirten / von Eugène Sue ; Deutsch von Julius Werner
Entstehung
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weh um den armen Knaben; er bat mich, den Leichen⸗ zug bis auf den Todtenacker begleiten zu dürfen, und ich zögerte, ſeinem Wunſche zu willfahren, da ich bei ihm die grauſame Gemüthserregung bei dem Anblicke der Beerdigung fürchtete Da ſagte er zu mir:

Aber wenn ich meine Großmutter nicht bis auf den Gottesacker begleite, wird ja Niemand bei dem Lei⸗ chenzuge ſein und ſie wird von aller Welt verlaſſen ſcheinen.“

Dies iſt eine traurige Wahrheit: alle unſere Freunde find geächtet und von unſern einfachen Bekannten wollte Niemand dem Todtenamte beiwohnen, aus Furcht, ſich bloß zu ſtellen nicht einmal Hr. Heurtier, deſſen Kaſ⸗ ſirer Du zwölf Jahre lang warſt!!

Als die Meſſe vorbei war, gab Dein Sohn dem Bedienten aus dem Inſtitute die Hand und folgte allein dem Leichenzuge ſeiner Großmutter bis zu ihrer letzten Ruheſtätte. Ich hatte dem Bedienten empfohlen, nach der Feierlichkeit meinen Sohn auf dem Rückwege zu mir zu führen, ihn aber unten im Hofe des Hauſes zu laſſen und es mir oben zu melden; denn ich fürchtete für Albert die Anſteckung des Schwitzfiebers. Als ich nach der Meſſe nach Hauſe kam, fand ich Julchen in demſelben Zuſtande, in welchem ich es beim Weggeben gelaſſen hatte. Zwei Stunden ſpäter ging ich hinunter, um Albert zu küſſen, der mich im Hofe erwartete. Der liebe Knabe zeigt — ich kann es Dir nicht oft genug wiederholen — einen Muth, eine Einſicht, die über ſeinem Alter ſtehen. Was ſein Gemüth ſtets peinigt, iſt die Krankheit ſeines Schwe⸗ ſterchens; ich beruhigte ihn ſehr darüber, da ich den Kummer, welchen ihm der Tod ſeiner Großmutter und unſere momentane Trennung verurſachten, nicht noch vermehren wollte. Darauf kehrte er traurig in ſein Inſtitut zurück.

Geſtern kam der Arzt dreimal und heute war er ſchon zweimal da. Auf meine Frage, was ſich von