bewegung, ſagte uns ſtets der Arzt, genügten, ſie zu retten. — — Ja! ſie wäre gerettet worden; die zärt⸗ lichſte Sorgfalt würde ihr nicht gemangelt haben, — — — aber eine ſchreckliche Gemüthsbewegung hat ſie ge⸗ tödtet! — — — —
Ich theile Dir hier, mein Freund, die Einzelnheiten dieſes Ereigniſſes mit; Deine ungeduldige, ſchmerzliche Angſt wünſcht dieſelbens ſie werden Deinen heiligen Schmerz nicht vermehren können! — aber ſie werden ihn noch heiliger machen; denn dieſe Ceie wer⸗ den Dir den erhabenen Tod Deiner Mutter därſtellen. Lies, — — — bewundere, — — und bete für ſie! —
Vor vier Tagen (ich ſchrieb Dir an jenem Morgen, um Dir die Krankheit Inichens anzuzeigen), vor vier Tagen wachte ich gegen halb drei Uhr Morgens bei unſerem Töchterlein; der Augenblick ſeines Anfalls, den der Arzt vorausgeſehen hatte, näherte ſich; Albert lag iu tiefem Schlaf; auch unſere gute Mutter ſchlief, ich hörte ihre ruhigen Athemzüge durch die Thüre ihres Zimmers, die halb offen geblieben war. Honorine hatte gewünſcht, auch dieſe Nacht, wie gewöhnlich, in unſerm Hauſe zuzubringen; aber da ich ſah, daß das arme Mäd⸗ chen von Müdigkeit überwältigt war, und ich wünſchte, daß es eine ganze Nacht ruhen könne, ſo beſtand ich darauf, daß es zu ſeiner Tante gehe, um dort zu ſchla⸗ fen. So wachte ich alſo um halb zwei Uhr morgens bei Julchen.
Ich habe Dir unſere Wohnung beſchrieben. Man betritt beim Eingang in dieſelbe ein kleines, düſteres Gemach. Plötzlich höre ich an der äußern Thüre ſehr ſanft pochen, ſo ſanft, daß weder Deine Mutter noch die
Kinder erwachten; ich ſtehe auf, gehe auf die Thüre zu
und frage mit leiſer Stimme: „Wer iſt da?“ „Ich, Fran Morand,“ — antwortete man eben⸗


