Teil eines Werkes 
Supplement-Band (1843) Gerolstein : Schluß der Geheimnisse von Paris / von Eugène Sue ; übersetzt von A. Diezmann ; mit Illustrationen von Theodor Hosemann
Entstehung
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innigen Freundſchaftsbandes zu ſchätzen, zu ehren, zu genießen wußten. —

„Ach, mein Freund! warum biſt Du nicht da! — warum warſt Du nicht da! Seit drei Monaten ſtrömt mein Herz von unaus⸗ ſprechlich ſüßen Gefühlen über. — Und ich war allein! — ich bin es noch! — Du wirſt mich beklagen, — Du, der Du meine oft ſo launenhaft mittheilſame Empfindlichkeit kennſt, Du, der Du oft Thränen mein Auge netzen ſahſt bei der einfachen Erzählung einer edlen Handlung, oder bei dem Anblicke eines ſchönen Sonnenunter⸗ ganges, oder in dem ſtillen Zauber einer ruhigen, hellen Sternen⸗ nacht. — Erinnerſt Du Dich noch, im vergangenen Jahre, unſeres Ausfluges in die Ruinen von Oppenfeld, — am Ufer des großen

Sees, — unſerer ſtillen Träumereien während dieſes herrlichen

Abends voll Ruhe, Heiligkeit und Poeſie?

„Sonderbarer Abend! — Es war gerade drei Tage vor jenem blutigen Duell, wo ich Dich nicht zum Secundanten nehmen wollte, — denn ich hätte zu ſehr und für Dich gelitten, wäre ich unter Deinen Augen verwundet worden. — Dieſes Duell, wo wegen eines Spielzwiſtes mein Secundant jenen jungen Franzoſen, den Vicomte von St. Remy, tödtete. — Unter Anderm! weißt Du, was aus jener gefährlichen Sirene geworden iſt, die St. Remy nach Open⸗ feld brachte und die, ich glaube, Cecily David hieß? — X

„Mein Freund! ich ſehe Dich mitleidig lächeln, daß ich ſo in unbeſtimmten Erinnerungen der Vergangenheit umherſchweife, ſtatt zu jenen erſten Mittheilungen zu kommen, auf die ich Dich vor⸗ bereitet habe; — aber ich zögere, faſt gegen meinen Willen, mit dieſen Mittheilungen, ich ſchiebe den Angenblick der vertraulichen Ergießung hinaus, denn ich kenne Deine Strenge und fürchte aus⸗ geſcholten zu werden, — ja ausgeſcholten, weil ich ſtatt mit Ueber⸗