Teil eines Werkes 
Supplement-Band (1843) Gerolstein : Schluß der Geheimnisse von Paris / von Eugène Sue ; übersetzt von A. Diezmann ; mit Illustrationen von Theodor Hosemann
Entstehung
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legung, mit Klugheit — (ach! was iſt eine Klugheit von einund⸗ zwanzig Jahren!) — zu handeln, toll, unbeſonnen gehandelt habe; — doch nein! ich habe vielmehr nicht gehandelt, ich habe mich blindlings von dem Strome forttragen laſſen, der mich mit ſich riß; — und erſt ſeit meiner Zurückkunft von Gerolſtein bin ich aus jenem zauberiſchen Traume erwacht, in dem ich mich drei Monate lang ſorglos wiegte, — ach! und mein Erwachen iſt traurig! —

„Gleichviel, — mein Freund! mein guter Mar! ich nehme meinen ganzen Muth zuſammen, — höre mich mit Nachſicht an. — Indem ich anfange, ſchlage ich meine Augen vor Dir nieder, ich wage es nicht, Dich anzuſehen, — denn ich ſehe ſchon, — indem Du dieſe Zeilen lieſeſt, Deine Züge ernſt, ſtreng werden, — kalter Stviker!

„Ich hutte einen ſechsmonatlichen Urlaub erhalten, verließ Wien und blieb einige Zeit bei meinem Vater, — ſeine Geſundheit war damals noch gut; — er rieth mir, meine vortreffliche Tante, die Prinzeſſin Juliane, Oberin des Stiftes von Gerolſtein, zu beſuchen. Ich habe Dir, wie ich glaube, es ſchon geſagt, lieber Freund! daß meine Urgroßmutter eine Couſine des Urgroßvaters des jetzt re⸗ gierenden Großherzogs war, und daß dieſer, Guſtav Rudolph, Dank jener Verwandtſchaft, mich und meinen Vater ſtets mit herzlicher Freundlichkeit, als ſeine Vettern behandelte. Du weißt wohl auch,

daß der Großherzog während der langen Reiſe, die er kürzlich nach Frankreich machte, meinem Vater die Regierung ſeines Landes übertrug.

„Du wirſt mir glauben, lieber Freund! daß ich nicht aus Ehrgeiz von dieſen Nebenumſtänden ſpreche, ſondern nur um Dir die Urſachen jener großen Vertraulichkeit zu erklären, in der ich,