Teil eines Werkes 
6. Band (1843)
Entstehung
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„Ich bin dieſer Menſch. — Ich habe dieſen Hohn und dieſe Ausforderung der Geſellſchaft in das Geſicht geſchlendert,“ ſprach der Unmenſch mit ſchauerlichem Stolze.

„Jacob! — Jacob! ſprich nicht ſo,“ ſagte Cecily mit krei⸗ ſchender Stimme und wogendem Buſen, — „Du konnteſt mich wahnſinnig machen —“

„Willſt Du meinen Kopf für Deine Liebkoſungen?“

„Das iſt endlich Leidenſchaft!“ ſprach Cecily. — „Da, nimm meinen Dolch —, Du entwaffneſt mich —“

Jacob Ferrand nahm durch die Oeffnung in der Thür vor⸗ ſichtig die gefährliche Waffe und ſchleuderte ſie weit von ſich.

„Cecily, — Du glaubſt mir alſo?“ fragte er in Entzücken.

„Ob ich Dir glaube!“ entgegnete die Creolin, indem ſie ihre beiden reizenden Hände auf die krampfhaft zuſammengedrückten Hände Ferrands legte. — „Ja, ich glaube Dir, denn ich finde eben jenen Blick bei Dir wieder, der mich ſchon einmal an ſich bannte. Deine Augen funkeln. — Jacob, — ich liebe Deine Augen!“

„Cecily!!“

„Du mußt aber die Wahrheit ſprechen.“

„Ich ſpreche die Wahrheit — Du ſollſt es ſehen.“

„Deine Stirn iſt drohend, Dein Geſicht furchtbar. — Sieh, Du biſt entſetzlich und ſchön wie ein wüthender Tiger. — Aber Du ſagſt die Wahrheit, nicht wahr?“

„Ich habe Verbrechen begangen, ſage ich Dir.“

„Deſto beſſer, wenn Du mir durch das Geſtändniß Deine Liebe beweiſeſt.“

„Und wenn ich Alles geſtehe?“

„So bewillige ich Dir Alles, denn wenn Du dieſes blinde, muthige Vertrauen haſt, — ſiehſt Du, Jacob, ſo werde ich nicht mehr den eingebildeten Geliebten meines Liedes rufen. — Zu Dir, mein Tiger, zu Dir, werde ich dann ſagen: Komm! — komm! — komm!“

Während Cecily dieſe Worte mit dem Ausdrucke der glühend⸗ ſten Sehnſucht ſprach, trat ſie ſo nahe an die Klappe in der Thür, daß Ferrand auf ſeiner Wange den heißen Athem der Creolin und auf ſeinen behaarten Fingern den electriſchen Eindruck ihrer feſten, friſchen Lippen fühlte —

„Ah, Du wirſt mein, ich werde Dein Tiger ſein!“ rief er aus, „und nachher magſt Du, wenn Du willſt, mich entehren,

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