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„Ich habe keinen Feind.“
„Willſt Du meine Frau ſein? — ich heirathe Dich.“
„Ich bin verheirathet.“
„So ſage, was verlangſt Du? — Gott, was verlangſt Du?“
„Beweiſe mir, daß Deine Liebe zu mir blind und wahnfinnig iſt, daß Du ihr Alles zum Opfer bringen würdeſt!“
„Alles, ja Alles! Aber wie?“
„Ich weiß es nicht, aber jetzt eben hat mich der Glanz Dei⸗ ner Augen geblendet. — Wenn Du mir in dieſer Stunde einen Beweis jener unbegrenzten Liebe gäbeſt, welche die Phantaſie eines Weibes bis zum Wahnſinn erhitzt, — ich weiß nicht, was ich thun könnte. — Aber eile, ich bin launenhaft, veränderlich; morgen iſt vielleicht der jetzige Eindruck völlig verwiſcht.“
„Aber welchen Beweis kann ich Dir hier, augenblicklich ge⸗ ben?“ fragte der Elende händeringend. „Es iſt eine grauſame Marter! Welchen Beweis? ſage mir, welchen Beweis!“
„Du biſt ſehr dumm,“ antwortete Cecily, indem ſie ſich mit anſcheinendem verächtlichen Aerger entfernte. — „Ich habe mich geirrt, — ich hielt Dich einer großen Aufopferung für fähig. — Gute Nacht! — Es iſt Schade —“
„Cecily, — geh' nicht fort, — komm zurück! Was ſoll ich thun? — ſage mir es wenigſtens. — Ach ich werde wahnſinnig — Was ſoll ich thun? Was ſoll ich thun?“
„Denke nach —“
„Mein Gott! mein Gott!“
„Ich war nur zu ſehr geneigt, mich verführen zu laſſen, wenn Du gewollt hätteſt. — Du wirſt eine ſolche Gelegenheit nicht wiederfinden —“
„Aber man ſagt doch, was man verlangt,“ ſprach der Notar außer ſich.
„Errathe es —“
„Erkläre Dich, — befiehl —“
„Wenn Du ſo leidenſchaftlich, wie Du ſagſt, nach mir ver⸗ langſt, würdeſt Du das Mittel finden, mich zu überreden. — Gute Nacht!“
„Cecily!“
„Ich werde die Klappe in der Thüre zumachen, — ſtatt die Thüre ſelbſt zu öffnen.“
„Gnade! Höre mich an.“
Ich glaubte einen Augenblick, — das Blut würde mir in


