Teil eines Werkes 
4. Band (1843)
Entstehung
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und doch hat ſie eben erſt die rührendſte Theilnahme geäußert. Aber ſtatt damit zufrieden zu ſein, verwirrte mich meine thörichte Leidenſchaft, ich wurde zärtlich, ſprach von meiner Liebe, und kaum berührten meine Lippen ihre Hand, ſo ſchauderte ſie. — Hätte ich an ihrer unüberwindlichen Abneigung noch zweifeln können, ſo würde das, was ſie zu dem Fürſten ſagte, jede Täuſchung ver⸗ nichtet haben. — Ach, es iſt ſchrecklich! — ſchrecklich!

„Und welches Recht hatte ſie, ihm dieſes verhaßte Geheim⸗

niß mitzutheilen? Das iſt ein unwütdiger Verrath. — Welches Recht ſie hatte? — Das Recht, welches die Opfer haben, über ihren Henker ſich zu beklagen. — Die Arme! Sie iſt ſo jung, ſo

liebevoll und wußte nichts Schlimmeres über die ſchreckliche Eri⸗ ſtenz zu ſagen, in die ich ſie gebracht habe, als „daß es nicht das Schickſal ſei, vnn dem ſie immer geträumt“, daß ſie noch ſo jung ſei und doch ſchon der Liebe entſagen müſſe. Ich kenne Clemence, — ſie wird es halten, was ſie mir und dem Fürſten geſagt hat, — ſie wird die zärtlichſte Schweſter gegen mich ſein. Nun, — iſt meine Lage nicht noch immer beneidenswerth? Auf das kalte und gezwungene Verhältniß, das bisher zwiſchen uns beſtand, wird ein mildes, liebevvlles folgen — während ſie mich doch immer mit eiskalter Verachtung hätte behandeln können, ohne daß ich mich darüber beklagen durfte.

„Nun, ich will mich tröſten mit dem Genuſſe deſſen, was ſie mir bietet. — Bin ich nicht noch immer ſehr glucklich? zu glücklich? — Zu glücklich! Ach, wie ſchwach, wie muthlos bin ich! Iſt ſie denn nicht meine Frau? Gehoört ſie mir nicht an? Erkennt nicht das Geſetz meine Macht über ſie an? — Meine Frau widerſetzt ſich mir, nun — ich habe das Recht, ſie —“ Er unterbrach ſich ſelbſt mit höhniſchem Lachen. „Ach ja — Gewalt, — wieder eine Schänd⸗