Teil eines Werkes 
4. Band (1843)
Entstehung
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253 lichkeit! Aber was thun? — Denn ich liebe ſie, ich liebe ſie wie wahnſinnig. Ich liebe nur ſie, — ich mag keine Andere als ſie,

und ich will ihre Liebe, nicht ihre laue ſchweſterliche Zuneigung. — Nun, endlich wird ſie wohl Mitleid fühlen — ſie iſt ja ſo gütig, — wenn ſie mich ſo unglücklich ſieht! — Aber nein! nie! Es giebt eine Urſache der Abneigung, die eine Frau nie überwindet, — den Ekel, „ ja, — den Ekel — hörſt Du? — den Efel! Du mußt T dich davon überzeugen, — ſie wird ſich ſtets, ſtets vor Deiner ſchrecklichen Krankheit fürchten,“ ſprach Harville in ſchmerzlicher Aufregung.

Nach einem kurzen Schweigen er fort:

„Dieſe anonyme Anklage, welche den Fürſten und meine Frau beſchuldigte, geht ebenfalls von feindlicher Hand aus, und ich konnte, ehe ich ihn hörte, einen Augenblick Mißtrauen hegen, — ihn ei⸗ nes ſo ſchändlichen Verrathes fähig halten! Und meine Frau eben⸗ falls! Ach, die Eiferſucht iſt unheilbar. — Und doch, ich darf mich nicht täuſchen —, wenn der Fürſt, der mich als zärtlicher, edler Freund liebt, Clemence auffordert, ihren Geiſt und ihr Herz durch Wohlthätigkeit zu beſchäftigen, wenn er ihr ſeinen Rath, ſeine

Unterſtützung zuſagt, ſo hedarf ſie des Rathes, der Unterſtützung —

„Kann ſie nicht fehlen, ſie, die ſo ſchön, ſo jung, ſo bewun⸗

dert iſt? und findet ſie nicht faſt Entſchuldigung für ihre Verge—

hen in den meinigen, die ſo groß ſind?

„Eine neue Qual! Ach Gott, was habe ich gelitten, als ich ſie für ſchuldig hielt! — Aber nein, dieſe Beſorgniß iſt ungegrün⸗ det. — Clemence hat geſchworen, niemals gegen ihre Pflicht zu handeln, und ſie wird ihren Schwur halten, aber um wel chen

Preis, mein Gott! um welchen Preis! Ach wie wehe that mir aber ihr mildes, tranriges, ergebenes Lächeln, als ſie wieder liebolle Worte