Teil eines Werkes 
3. Band (1843)
Entstehung
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vorgeht. — Ich fühlte mich jetzt, wie Sie, von dem Anblicke die⸗ ſes ruhigen, traurigen Abends ergriffen! mein Herz brach — und ich weinte.“

Aber was fehlt Ihnen, Marie? — Sie wiſſen, wie ſehr man Sie liebt. — Geſtehen Sie mir Alles. — Uebrigens, ich fann es Ihnen ſagen, der Tag nahet heran, an welchem Madame Georges und Herr Rudolph Sie zur Taufe führen und vor Gott die Verpflichtung übernehmen werden, Sie ſtets zu ſchützen.“

„Herr Rudolph? — er, — der mich gerettet hat!“ rief Ma⸗ rie aus, indem ſie die Hände faltete; „er wollte mir dieſen neuen Beweis von Liebe geben? Ach, ich will Ihnen nichts verbergen, mein Vater; ich fürchte, zu undankbar zu ſein.“

„Undankbar — und wie?“

„Um Ihnen verſtaͤndlich zu werden, muß ich von den erſten Tagen ſprechen, in denen ich in der Meierei war.“

„Ich höre Ihnen zu; wir plaudern im Gehen.“

„Sie werden nachſichtig ſein, mein Vater, nicht wahr? Was ich Ihnen ſagen will, iſt vielleicht ſehr böſe.“

„Der Herr hat Ihnen bewieſen, daß er barmherzig iſt. Faſ⸗ ſen Sie Muth.“

„Als ich auf dem Wege hierher erfuhr, daß ich die Meierei und Madame Georges nicht wieder verlaſſen würde,“ ſagte Ma⸗ rie, nachdem ſie ſich einen Augenblick geſammelt hatte, „glaubte ich, einen ſchönen Traum zu träumen. Anfangs war ich vom Gluck wie betäubt; jeden Augenblick dachte ich an Herrn Rudolph. Sehr oft, wenn ich ganz allein war, und faſt gegen meinen Wil⸗ len, ſchlug ich die Augen zum Himmel auf, als wollte ich ihn da ſuchen und ihm danken. — Kurz — ich klage mich an, mein Vater, — ich dachte mehr an ihn als an den lieben Gott, denn