Teil eines Werkes 
2. Band (1843)
Entstehung
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„Du boteſt aus Mitleid mit dem Unglücke eines Mannes,

der Dich früher hatte uinbringen wollen, Deine Unterſtutzung an und nahmſt ihn ſelbſt in Deine ärmliche Wohnung, Nute⸗Oume Nr. 9, auf.“

„Sie wußten, wo ich wohnte, Herr Rudolph?“

„Wenn auch Sie die Dienſte vergeſſen, welche Sie mir ge⸗ leiſtet haben, ſo vergeſſe ich ſie doch nicht. — Als Sie mein Haus verließen, ſchickte ich Ihnen Jemand nach, und man ſah Sie mit dem Schulmeiſter dahin gehen.“

„Murph ſagte mir aber doch, Sie hätten nicht gewußt, wo ich wohne, Herr Rudolph.“

„Ich wollte Sie zum letztenmale prüfen und erfahren, ob Sie auch uneigennützig edelmüthig wären. Und wirklich, Sie kehrten nach Ihrer muthigen That zu Ihrer gewöhnlichen beſchwer⸗ lichen Arbeit zurück, ohne etwas zu hoffen, ohne ſelbſt durch ein bitteres Wort die ſcheinbare Undankbarkeit zu tadeln, mit der ich Ihre Dienſte unbelohnt ließ. Als Ihnen geſtern Murph eine et⸗ was beſſer bezahlte Beſchäftigung inth nahmen Sie den Vor⸗ ſchlag mit Freuden und mit Dank an.“

„Hören Sie, Herr Rudolph, was das betrifft, ſo ſind vier Franes täglich — immer vier Francs. Für den Dienſt, den ich Ihnen geleiſtet habe, muß ich Ihnen danken.“

„Wie ſo?“

„Ja, ja, Herr Rudolph,“ ſetzte er traurig hinzu. „Ich habe etwas nicht wieder aus den Gedanken bringen können; denn ſeit ich Sie kenne, ſeit Sie die paar Worte zu mir geſagt haben: „Du haſt noch ein Herz und Ehre im Leibe,“ denke ich er⸗ ſtaunlich viel nach. 's iſt merkwürdig, daß zwei Worte, blos zwei Worte ſo etwas bewirken können. Aber fteilich, wenn man

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