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„Wie, Herr Rudolph, — weil Sie mich geſchlagen haben, weil ich Ihnen, da ich Sie für einen Arbeitsmann hielt und Sie unſere Sprache redeten, bei einem Glaſe Wein meine Geſchichte erzählte und Sie dann nicht ertrinken ließ —, deshalb für mich ein Haus und Geld? Sehen Sie, Herr Rudolph, noch einmal, es iſt nicht möglich.“
„Weil Sie mich für Ihres Gleichen hielten, erzählten Sie mir Ihre Lebensgeſchichte natürlich und unverſtellt, ohne mir das Verbrecheriſche oder das Edle darin zu verbergen. — Ich habe Sie genau kennen gelernt, und ich wünſche Sie zu belvhnen.“
„Aber, Herr Rudolph, das geht nicht an. — Rein, es giebt arme Tagelöhner, welche ihr ganzes Leben lang redlich geweſen ſind und —“
„Ich weiß es und habe vielleicht für Mehrere derſelben ge⸗ than, was ich jetzt für Sie thue. Wenn aber der Menſch, der rechtſchaffen unter rechtſchaffenen Leuten lebt und durch die Ach⸗ tung derſelben ermuthigt wird, Theilnahme und Unterſtützung ver⸗ dient, ſo verdient derjenige, welcher von den Rechtſchaffenen ab⸗ geſtoßen wird und unter den abſcheulichſten Verbrechern auf Erden rechtſchaffen bleibt, eben ſo gut Theilnahme und Unterſtützung. — Das iſt übrigens nicht Alles; Sie haben mir das Leben gerettet, Sie haben es Murph, meinem theuerſten Freunde, gerettet. Was ich für Sie thue, gebietet mir alſo eben ſo ſehr die perſönliche Dankbarkeit, wie der Wunſch, eine verirrte, aber nicht verlorene gute und ſtarke Natur aus dem Schmuze zu ziehen. Auch dies iſt noch nicht Alles.“
„Was habe ich denn noch gethan, Herr Rudolph?“
Rudolph nahm herzlich die Hand des Chourineurs und ſagte zu ihm:


