Teil eines Werkes 
1. Band (1844)
Entstehung
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zu führen In meinem Leben habe ich nicht ſo Herzzerreißendes geſehen. Bleich, abgemagert, halb nackt und von Wunden bedeckt, glichen David und ſeine Ge⸗ liebte, die Beide mit Ketten an die verſchiedenen Enden des Kerkers geſchmiedet waren, Geſpenſtern. David ſprach bei unſerm Anblick kein Wort; ſein Blick hatte eine entſetzliche Starrheit. Der Pflanzer ſagte ihm mit fürchterlichem Hohn:

Nun Doktor! wie geht's Dir? .. Du, der Du ſo klug biſt, vermagſt Dich nicht einmal zu retten.

Der Schwarze antwortete durch ein erhabenes Wort. Langſam erhob er die rechte Hand ſchwörend empor und ſagte mit feierlicher Stimme: Gott! Dann ſchwieg er.

Gott? rief der Pflanzer lachend. Sage doch Deinem Gotte, daß er Dich meinen Händen ent⸗ reißen ſoll! Ich trotze ihm!

Dann hob er, vom Wein und Hohn verwirrt, die Fauſt drohend zum Himmel und rief läſternd:

Ja! ich trotze Gott! und fordere ihn auf, mir meine Selaven vor ihrem Tode zu entreißen! Wenn er es nicht vermag, ſo leugne ich ſein Daſein!

Der gnädige Herr ſprach kein Wort, aber ich ſah, was in ihm vorging. Wir verließen das Gefängniß, das wie die Pflanzung an der Küſte lag. Wir kehrten auf unſere Brigg zurück, die in geringer Entfernung vor Anker lag. Um ein Uhr Mitternacht, als die ganz Pflanzung in tiefem Schlummer lag, betrat Se. Hohei mit acht wohlbewaffneten Leuten wieder das Land, by die Thüren des Gefängniſſes auf und befreite Davig⸗ Cecily. Die beiden Unglücklichen wurden auf daß

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