— Ach Gott, ja!
— Um Dir die Haare auszureißen?
— Aerger! ärger, Ihr habt's noch nicht! „ um mir einen Zahn auszureißen.
Der Meſſermann ſtieß einen ſolchen Fluch aus und begleitete ihn mit ſo heftigen Verwünſchungen, daß alle
Gäſte der Penne erſtaunt ihre Blicke auf ihn richteten.
— Was iſt Dir, Meſſermann? — fragte Marienblume.
— Was mir iſt? ich möchte ſie kaporen, die Eule, wenn ich ſie hätte! ... Wo iſt ſie! ſage mir, wo ich it finde, ich will ſie tödten.
Die Augen des Banditen unterliefen bei dieſen Wor⸗ ten mit Blut.
Rudolph theilte das Entſetzen des Meſſermannes über die Grauſamkeit der Eule; aber er fragte ſich, wie es möglich ſei, daß ein Mörder in Wuth geräth, wenn er erzählen hört, daß ein altes Weib einem Kinde einen Zahn ausreißen wollte. — Wir halten die Aeußerung ſolches Micleids bei einer durchaus rohen Natur nicht nur für möglich, ſondern ſogar für wahrſcheinlich.
— Und ſie hat Dir den Zahn ausgeriſſen, meine arme Kleine? — fragte Rudolph.
— Ja! „ ſie hat ihn mir ausgeriſſen! „ und nicht wal auf den erſten Ruck! Mein Gott! wie arbeitete ie; ſie hatte meinen Kopf zwiſchen ihre Kniee wie zwi⸗ ſchen einen Schraubſtock genommen, endlich zog ſie mir halb mit der Zange, halb mit den Fingern den Za heraus und dann ſagte ſie mir, um mich zu erſchre So werde ich Dir einen Zahn nach dem ande kißen, Luder und wenn Du keine Zähne meh


