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— Ich verſtehe, mein Kind — ſagte der Meſſermann.
— Biſt Du gewiß, daß die Eule nicht Deine Mutter war? — fragte Rudolph.
— Ich bin deſſen gewiß, denn ſie warf mir oft ge⸗ nug vor, daß ich weder Vater und Mutter hätte; ſie ſagte mir immer, daß ſie mich von der Straße auf⸗ geſucht habe.
— So bekamſt Du alſo Schläge, wenn Du nicht 10 Sous mit nach Hauſe brachteſt? — fragte der Meſſermann.
— Und ein Glas Waſſer dazu. Und dann mußte ich die ganze Nacht auf einem Strohſack, der an der Erde lag, frieren; die Eule hatte ein Loch hinein ge⸗ ſchnitten, in das ſie mich hineinſteckte. Man ſagt ge⸗ wöhnlich, Stroh ſei warm, aber man täuſcht ſich.
— Stroh! — rief der Bandit, — Du haſt Recht, Kind, das iſt ſo kalt wie Eis; Miſt wäre tauſendmal beſſer, aber man ſagt, das iſt gemeines Volk, das kann was vertragen. „
Dieſe ſpöttiſche Bemerkung entlockte Marienblume ein leichtes Lächeln, dann fuhr ſie fort: — Am andern Morgen gab mir die Eule dieſelbe Portion zum Frühſtück, die ſie mir zum Abendeſſen gege⸗ ben hatte und dann mußte ich nach Montfaucon gehen, um Regenwürmer zum Angeln zu ſuchen, denn am Tage hatte die Eule eine Bude unter der Brücke Notre⸗Dame, in der ſie Angelruthen verkaufte. — Für ein Kind, das einah vor Hunger und Froſt ſtirbt, iſt es ein weiter Leg von der Straße Mortellerie bis nach Montfauch — Der tägliche Spaziergang, mein Kind wchſen laſſen, ſo ſchlank wie eine W


