ſtatt Len zu geben.
Drittes Kapitel. Geſchichte der Lerche.
— Wir fangen doch mit dem Anfang an? — ſagte der ſermenn.
— Ja — erwiederte Rudolph — Deine Eltern?“
— Ich habe ſie nie gekannt — ſagte Marienblume.
— Ah! ſo — ſagte der Meſſermann.
— Nicht gekannt, nicht geſehen, ich bin auf dem Baume gewachſen; wie man zu den Kindern ſagt.
— Merkwürdig, Marienblume, wir ſtammen aus einer Familie. — Du auch Meſſermann?
— Eine Waiſe der Pariſer Straßen, ganz wie Du, mein Kind.
— Und wer hat Dich erzogen, Lerche? — fragte Rudolph.
— Ich weiß nicht. So lange ich denken kann, ich mochte wohl ſieben bis acht Jahr alt ſein, war ich Lei einer alten Einäugigen, die man die Eule nannte, weil ſie eine krumme Naſe, ein ganz rundes, grünes Auge hatte, und weil ſie ganz und gar einer Eule glich, die ein Auge verloren hat.
— Ah! — rief der Meſſermann, — es iſt, als ob ich ſie ſähe!
Abend's — fuhr Marienblume fort, — verkaufte ich für die Eule Gerſtenzucker auf den Pont⸗Neuf, um auf dieſe Art zu betteln. Wenn ich nach Hauſe kam und nicht wenigſtens 10 ₰ mitbrachte, ſchlug mich ie


