— Gut, ich willige ein. Du erzählſt Deine Ge⸗ ſchichte und Marienblume erzählt uns die ihre auch.
— Richtig — entgegnete der Meſſermann — es iſt ein Wetter, daß man keinen Polizeidiener hinausjagen möchte, und wir wollen uns die Zeit vertreiben. Willſt Du, Lerche?
— Ich will wohl, aber es wird nicht lang ſein, — erwiederte Marienblume.
— Und Kamerad Rudolph erzählt uns auch aus ſeinem Leben — fügte der Meſſermann hinzu.
— Ja, ich werde anfangen. .
— Fächermaler — ſagte Marienblume leiſe, — das iſt ein hübſches Gewerbe.
— Und wie viel verdienen Sie ungefähr damit? — fragte der Meſſermann.
— Das iſt verſchieden, — antwortete Rudolph, — meine beſten Tage bringen mir 4, zuweilen 5 Franken, d. h. im Sommer, wenn die Tage lang ſind.
— Und da thun Sie oft Nichts?
— Ja, ſo lange das Geld reicht. Zuerſt 6 Sous für
die Nacht in meiner Wohnung . 5
— Sie entſchuldigen, gnädiger Herr ... Sie ſchlafen zu 6 Sous — ſagte der Meſſermann, indem er ſeine Hand⸗ ehrfurchtsvoll an die Mütze legte .. Das Wort gnädiger Herr, das der Gaſt Ru⸗ dolph's in einem ſeltſamen Toue ſprach, machte dieſen Unrilltürlich lächeln und er fuhr fort:
— Ja, ich habe es gern bequem und liebe die Rein⸗ lichkeit.
— Der Kſendr — Luisß der Meſſermann außer ſich, ein Bangnier er ſchläft zu 6 Sous. —


