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boshaft werden, ſeine Züge drückten ſo viel Verachtung, ſo große Grauſamkeit aus, daß man ihn keiner zarteren Empfindung fähig halten konnte. Die Folge der Erzäh⸗ lung wird es zeigen, welche Thatſachen oder Gedanken ſo verſchiedene Leidenſchaften bei ihm hervorriefen.
Rudolph hatte in ſeinem Kampf mit dem Meſſer⸗ mann weder Haß noch Zorn gegen ſeinen Gegner blicken laſſen, der ſeiner durchaus unwürdig war. Im feſten Vertrauen auf ſeine Kraft, auf ſeine Gewandtheit hatte er nur Verachtung für den thieriſchen Menſchen empfun⸗ den, den er beſiegte.
Um das Portrait Rudolph's zu vollenden, fügen wir noch hinzu, daß ſein Haar von kaſtanienbrauner Farbe war, eben wie die ſchön gebogenen Augenbrauen und der kleine weiche Schnurrbart, der ſeine Lippe zierte; das etwas hervorſtehende Kinn war ſorgfältig raſirt.
Endlich empfing er durch die Manieren und die Sprache, die er mit unglaublicher Fertigkeit nachahmte,
eine vollkommene Aehnlichkeit mit den Stammgäſten der
Penne.
Sein ſchlanker, ſchöner Hals, der wie nach dem Modell des indiſchen Bachus geformt war, wurde von einer ſchwarzen, zierlich geſchlungenen Kravatte umgeben, deren Zipfel auf eine Blouſe niederfielen, die durch eine in's Weiße ſpielende Farbe ein beträchtliches Alter ver⸗ rieth. Seine plumpen Schuhe zeigten eine doppelte Reihe von Nägeln, und ſeine feinen, weißen Hände ausge⸗ nommen, unterſchied ihn Nichts von den Gäſten der
Penne, als ſein entſchloſſenes, ſo zu ſagen heiter⸗kühnes Weſen, das freilich einen ziemlich großen Abſtand zi
ihn und den Andern brachte.


