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geſtehen. Je peinlicher daher ihr Schmerz iſt, um ſo heiterer ſtrahlen ihre Züge. Und der Pöbel, der ihre Strafloſigkeit ſieht, ſagt dann zu ſich: Das ſind einmal glückliche Geſellen. Und die Leute, deren ſittliches Gefühl abgeſtumpft, ſchwankend oder gänz⸗ lich zu Grunde gegangen iſt, laſſen ſich zuweilen durch dieſen ſcheinbaren Triumph in Verſuchung führen.“
„Oh Wolfrang, wie weiſe und tief ſind Deine Worte! Ja, was ſo viele ſchwache oder halb ver⸗ dorbene Leute zum Böſen hinreißt, das iſt der Glaube an die Strafloſigkeit deſſelben ſo wie an die Sicherheit ſeiner unreinen Genüſſe; es iſt die Un⸗ kenntniß ſeiner geheimen Strafen; beſonders aber und noch mehr iſt es der Glaube des Pöbels an das ſcheinbare Unglück der verkannten braven Leute; ſeine gänzliche Unwiſſenheit in Betreff der Schätze von Belohnung, welche ſie in der Ausübung des Guten finden. Die Beſcheidenheit oder die anbe⸗ tungswürdige Schamhaftigkeit der Tugend hält auf den Lippen der Auserwählten dieſer Welt das Be⸗ kenntniß der unausſprechlichen geheimen Belohnung zurück, die ſie genießen. Wer kennt ſie, dieſe Be⸗ lohnung? Wiederum Niemand. Wenn ſie geſtän⸗ den, daß ſie das Paradies in ihrer Seele ſinden, ſo würden ſie damit die oft erhabene Urſache ihres himmliſchen Glücks eingeſtehen. Sie haben dieſen Stolz nicht: das Bewußtſein der erfüllten Pflicht genügt ihnen, und ſie gehen ernſt, ergebungsvoll, ſchweigſam, arm und ſchüchtern in dieſer Welt da⸗ hin. So kommt es, daß die große Menge, wenn ſie das ſcheinbare Unglück dieſer Männer von Treu und Glauben und von hingebungsvoller Aufopfe⸗ rung mit dem ſcheinbaren Glück der ſchlechten Leute


