Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

348

Schuldbeladenen, gerechter Gott! Ach, auch ſie

haben die Hölle in ihrer Seele gefunden.

Und jetzt, um dieſe Belehrung zuſammenzufaſ⸗ ſen, Sylvia, fügt Wolfrang in ernſtem und lei⸗ denſchaftlichem Tone hinzu,jetzt ſiehſt Du es, die Autorität der Thatſachen, deren Zeugen wir ſeit drei Tagen ſind, ohne dieſes Haus zu verlaſſen, hat meine Worte beſtätigt; ſie ſind nur das Echo der ewigen Wahrheit, ſie haben Dir die Nichtigkeit Dei⸗ ner Selbſttäuſchungen bewieſen. Ach, glaube mirs, dieſer feſte Glaube iſt heilſam. Weiter verbreitet würde er eine nützliche Lehre oder ein furchtbarer Zügel für diejenigen werden, welche die Genießen⸗ den um jeden Preis beneiden, weil ſie ſich zuweilen der Rache der Geſetze entziehen können. Dieſe Elen⸗ den kümmern ſich nichts um andere Welten und ſpotten der ewigen Strafen. Sie glauben an das Gefängniß, an das Bagno, an das Schaffot, und haben ſie ſich dieſen Strafen einmal entzogen, ſo hoffen ſie die Früchte ihrer Miſſethaten in voller Sicherheit zu genießen. Aber es iſt nicht ſo. Nein, nein! Man ſoll, man muß es wiſſen. Mit den Erfolgen des Gottloſen beginnen auch ſeine Ge⸗ wiſſensbiſſe, ſeine unaufhörlichen Beängſtigungen oder die logiſchen unfehlbaren Folgen ſeiner Laſter und Verbrechen; dann beginnt eine ewige Folter⸗ qual für ihn: er hat die Hölle in ſeiner Seele. Aber wer kennt dieſe Folterqual? Niemand. Die Maske ſolcher Verdammten dieſer Welt iſt undurch⸗ dringlich, ſie haben immer ein Lächeln auf den Lip⸗ pen, Zuverſichtlichkeit in ihren Blicken und eine ſtolze Stirne. Wenn ſie ihre Leiden geſtänden, ſo würden ſie auch die Urſache ihrer geheimen Oualen