Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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richtigkeit Ihrer Seele geleſen habe; die Freimü⸗ thigkeit, die alle Ihre Worte verrathen: Ihr feſter und ehrlicher Blick, der ſich aber jetzt mit ſo ſtolzer Zuverſicht auf den meinigen heftet. .. würden Sie mich ſo anzuſehen wagen, wenn Sie nicht, wie Sie ſagen, ein rechtſchaffenes Mädchen wären?

Es iſt wahr, Sylvia, meine Verlegenheit würde meine Falſchheit verrathen, wenn ich Sie täuſchte.

Nun wohl, ich frage Sie ohne Uebergang, ohne Schonung und auf die Gefahr hin eine noch blu⸗ tende Wunde wieder aufzufriſchen: wie kommt es, daß dieſer unglückliche Narr, der Sie ohne Zweifel ſchon lange kennt, der Ihren Werth würdigen muß, da er Sie wahnſinnig liebt, denn eine wahnſinnige Liebe erklärt wenigſtens ſolche wilde Ausbrüche der Leidenſchaft, wenn ſie dieſelben auch nicht zu ent⸗ ſchuldigen vermag .. ja, ich frage Sie, liebe An⸗ tonine, wie konnte dieſer unglückliche Narr auch nur einen einzigen Augenblick an eine ſolche Schändlich⸗ keit von Ihnen glauben? Dieß kommt daher, daß Albert Gerard ſo heißt er . . die Fehler ſeiner Tugenden hat. Es gibt keinen edleren, muthvolleren, aber auch keinen aufbrauſenderen Charakter, als der ſeinige iſt. Ob⸗ wohl noch ſehr jung, zählt er Züge von heroiſcher Bravour; er ſtürzt ſich in die Gefahr, ohne jemals ihre Folgen zu berechnen. Seine erſte Regung iſt immer ein unüberlegtes Ungeſtüm; ich ſchreibe da⸗ her auch den unſeligen Skandal von geſtern Abend dieſer leidigen Unüberlegtheit zu und ganz beſonders eiferſüchtigen Inſtinkten, die nicht die mindeſte Be⸗ rechtigung haben, aber dennoch unüberwindlich ſind.

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