246
„Eines Abends, als Mama mit meiner Schweſter von ihrem Schiff zurückkam, ſah ſie Juſtin mit Leu⸗ ten von verdächtigem Ausſehen in einer Kneipe am Ufer ſitzen. Sie ſtellte ihren Waſchkorb ab, lief in die Kneipe und befahl meinem Bruder, augen⸗ blicklich zu ſeinem Herrn zurückzugehen. Juſtin liebt Mama ſehr, aber er beſitzt viel Selbſtliebe. Er ärgerte ſich, daß er vor ſeinen Freunden wie ein Kind behandelt wurde, denn die Andern lachten ihn aus. Er gab der Mutter eine grobe Antwort .. . ſie iſt ſehr raſch und gab ihm eine Ohrfeige; da ſchwur er, daß er uns das Haus nicht mehr betre⸗ ten werde. Und allen Befehlen und Bitten der Mutter zum Trotz ging er mit dieſen verdächtigen Geſellen weiter.“
„Das betrübt und beunruhigt mich ſehr, Toi⸗ nette. Aber Juſtin hat hoffentlich ſeine Drohung nicht ausgeführt . . . er iſt wieder heimgekommen?“
„Erſt nach drei Tagen.“
Und wo hat er dieſe zugebracht?“
„Er hat es Mama nie ſagen wollen.“,
„Iſt er hernach zu ſeinem Herrn zurückgekehrt?“
„Dieſer wollte ihn Anfangs nicht wieder neh⸗ men, aber Mama hat ihn ſo dringend gebeten, daß er ſich doch zuletzt dazu entſchloß, jedoch mit der Erklärung, er werde ihn beim nächſten Fehler fort⸗ ſchicken.“
„Hat ſich Juſtin ſpäter beſſer aufgeführt?“
„Ja, mein Herr, vierzehn Tage lang; dann aber hat ſein Naturell wieder die Oberhand gewon⸗ nen . er iſt ein ſehr guter Junge, aber unglück⸗ licher Weiſe von ſehr ſchwachem Charakter .. er hat
——————————


