Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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„Sie muß balb dreizehn Jahre alt ſein?“

„Ja, mein Herr, und ſie iſt ſehr fleißig; ſie thut Alles was ſie kann, um die Mutter zu unter⸗ ſtützen.“

„Das iſt wenigſtens ein Troſt für Ihre Mutter Und Ihr Bruder Amedée?“

„Sie wollen ſagen, mein Bruder Juſtin?“

„Ich glaubte doch, man habe ihm meinen Na⸗ men gegeben: Amedée.“

„Ja, mein Herr; Anfangs nannte man ihn Amedée, aber ſpäter . . .“

„Schon gut . . verſetzt Herr Dubousquet. Die Thränen ſteigen ihm in die Augen, und er ſagt mit Bitterkeit zu ſich ſelbſt: „Mein Gott! ſogar an meinem Taufnamen ſchämen ſie ſich! Sie haben nicht geduldet, daß dieſes Kind ihn nach meiner Verurtheilung trug.“

Dann fragt er weiter:

„Nun, was macht Ihr Bruder Juſtin?“

„Er iſt bei einem Bijoutier in der Lehre, aber er verdient noch nicht einmal ſeine Koſt und iſt be⸗ ſtändig Mama zur Laſt.“

„Er iſt aber doch ſchon über ſechszehn Jahre alt. Wie kommt es, daß er nicht einmal ſeine Koſt bei ſeinem Meiſter verdient?“

„Er iſt ein leichtſinniger Burſche . . er bleibt nicht bei der Arbeit er hat keine Freude an ſeinem Handwerk. Wenn er einen Gang machen ſoll, ſo bleibt er immer ſehr lange aus. Mama fürchtet, er möchte ſchlechte Bekanntſchaften gemacht haben.“

„Wie ſo?“