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verbundene Brüder leben zu ſehen! Ich fühle ein
ſo ſchmerzliches Bedürfniß darnach, um vergeſſen zu können .. .
Der Herzog vollendete ſeinen Gedanken nicht und fügte nach dieſer Unterbrechung hinzu:
„Ja, ich fühle ein ſo ſchmerzliches Bedürfniß die Bitterkeiten des Exils zu vergeſſen. Liebes Kind, ich werde Dir einen der beſten Tage meines Lebens verdanken, wenn ich Dich fogleich in den Armen Deines Bruders ſehen werde.“
„Und wenn er mich zurückſtoßt?“
„Ottavio ſollte Dich zurückſtoßen 2 . . . Er . . . dieſes Engelsherz?“
„Ich habe ihn ſo oft beleidigt.“
„Er wird bei Deinem erſten Kuß Alles vergeſſen.“
„Armer Ottavio!“
„Ich will ihn augenblicklich hierher rufen laſſen, willſt Du?“
„Sie haben mir geſchworen, daß weder er, noch meine Mutter, noch ſonſt Jemand das ſchreckliche Geheimniß dieſes Traumes erfahren ſoll.“
„Mein Verſprechen iſt heilig.“
„Ach, ich würde ſterben vor Schaam und Schmerz, wenn man jemals erführe . . .“
„Ich will klingeln,“ ſagt der Herzog della Sorga, indem er ſich voll Freudigkeit erhebt; „ich will Ottavio holen laſſen. Du wirſt ihn doch zärtlich empfangen?“
„Oh von ganzem Herzen,“ antwortet der fluch⸗ würdige Schurke; „ich ſterbe vor Verlangen ihm um den Hals zu fallen.“
Der Herzog, deſſen Züge eine unſägliche Be⸗


