Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25 4 dieſe Kataſtrophe eintreten ſollte, mein Gott! oh ich ſchwöre es! Ich würde meinen armen Ottavio um keine Stunde überleben; Sie würden an Einem Tag Ihre beiden Kinder verloren haben, mein Vater!

Nun, dieſe Befürchtungen ſind ja ganz un⸗ ſinnig.

Ich kann ſie nicht überwinden; ſie beſtürmen mich, ſie werden die Gewiſſensqual, der Schreck meines Lebens ſein.

Aber, unglückliches Kind, ſelbſt angenommen, was jedoch nicht der Fall iſt und nicht der Fall ſein kann, daß Dein bisheriges Benehmen gegen Deinen Bruder ihm das Leben entleidet habe, hängt es denn nicht von Dir, lediglich von Dir ſelbſt ab, ihm das Leben künftig eben ſo angenehm zu machen, als es ihm ſeit dem Verluſt Deiner Neigung pein⸗ lich geweſen iſt? Liebe ihn wie Du ihn früher liebteſt, und Du wirſt ihn wieder eben ſo glücklich werden ſehen, wie er ehedem war. Oh ich zweifle jetzt nicht mehr daran, daß Du ihm Deine Zärt⸗ lichkeit wieder ſchenken wirſt. Gott ſei Lob und Dank geſagt! Abgeſehen von dem peinlichen Schmerz, den es Dir verurſacht hat, freue ich mich jetzt über den Vorfall dieſer Racht, denn von heute wird ſich Deine Verſöhnung mit Ottavio datiren. Ach mein Kind, fügt der Herzog' mit dumpfer und gepreßter Stimme hinzu,ach wenn Du wüßteſt, wenn Du wiſſen könnteſt, wie ſehr Cure Zwiſtigkeiten mich betrübten, wie viel Schreckliches ſie für mich hatten! wenn Du wüßteſt, wie glücklich es mich machen würde Euch wieder wie früher als gute, zärtlich