Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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friedigung verrathen, geht raſch auf das Kamin zu, um zu klingeln, während Felippe, der ihm mit un⸗ heimlichem Blicke folgt, zu ſich ſagt:

„Er fällt in die Schlinge; er glaubt an die Wirklichkeit dieſes Traumes.“

Und ein wildes Lächeln ſpielt um die Lippen des jungen Mannes, während er hinzufügt:

„Oh dieſen Traum habe ich mit famoſer Schlau⸗ heit erfunden. Er muß das Ereigniß vorbereiten und wahrſcheinlich machen! . . . Alles geht gut! . . . Und dennoch betete ich dieſen älteren Bruder früher in Wahrheit an . . . ja, aber das Beiſpiel! das Beiſpiel! (Wirft dem Herzog einen ſchrecklichen Blick zu.) Ha, Du fragſt mich, warum meine Bru⸗ derliebe ſich in brudermörderiſchen Haß verwandelt hat? Vielleicht werde ich Dir die Urſache dieſer Verwandlung eines Tags ſagen! und Du wirſt beben ob dieſer Enthüllung.“

Auf das Geklingel iſt ein Bedienter hereinge⸗ kommen; der Herzog ſagt zu ihm:

„Iſt Ottavio zu Hauſe?“

„Der Herr Marquis geht im Garten ſpazieren und wartet, bis die Frau Herzogin aufgeſtanden iſt.“

„Sag ihm, er möchte augenblicklich hierher kommen.“

Der Bediente geht und der Herzog kehrt ganz freudig zu Felippe zurück:

„Ach mein Kind! welch ein ſchöner Tag! Aber was haſt Du denn? Dein Geſicht, das ſo eben heiter ge⸗ weſen, iſt wieder traurig, niedergeſchlagen geworden.“

„Ach! jetzt zittere ich bei dem Gedanken an dieſe Verſöhnung.“