Teil eines Werkes 
2. Band (1858)
Entstehung
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Ottavio's letzte Worte, mein Gott, ich wage es kaum ſie nachzuſprechen; er hat geſagt: Ha, die⸗ ſes Leiden iſt zu ſtark! das Leben iſt mir zur Laſt! ich will lieber ſterben.

Jetzt richtet ſich Felippe wieder auf, heftet einen verzweiflungsvollen Blick auf den Herzog und ruft, indem er ſich mit beiden Fäuſten vor die Stirne ſchlägt:

Er wird ſich tödten! Ich werde den Tod mei⸗ nes Bruders verſchuldet haben! Ich bin ein Ver⸗ fluchter! ein Kain!

Und offenbdt von einem unſeligen Wahnbild gequält, fährt er fort:

Laſſen Sie mich! ich will fliehen, will mich vor allen Blicken verbergen! Ich bin nicht werth das Tageslicht zu ſchauen! Ottavio wird ſich vielleicht tödten und ich werde den Tod meines Bruders ver⸗ urſacht haben.

Und bei dieſen letzten Worten ſinkt Felippe nie⸗ dergedrückt auf ein Kanapee. Der Herzog della Sorga ſetzt ſich neben ihn, nimmt die Hände des Jünglings in die ſeinigen und ſagt:

Liebes Kind, Du mußt die Bedeutung von Ottavio's Worten nicht übertreiben; er wird noch unter dem Eindruck Deiner geſtrigen Aufwallungen eingeſchlafen ſein, und die Worte, die Dich ſo ſchmerz⸗ lich bewegen, ſind ihm nur im Traume entfahren.

Ach, ſie ſchildern die bangen Qualen ſeiner Seele nur allzu deutlich, verſetzt Felippe und fügt ſeufzend hinzu:Ich habe ihn ſo unglücklich ge⸗ macht, daß er im Stande iſt ſich tödten zu wollen. Ach mein Vater, ich bin verflucht.